Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Esel

Esel, wdt. Eschel m. ‘Esel’ ist zu schwdt. Esel, Eschel m., Pl. Esel und Eslen, wie nhd. das Haustier ‘Esel’, ahd. esel, ahd. esil, wdt. Eschl, Eschul (Mattertal), Eschel (Saastal), Äschil (Leuker Berge), Eschil ‘Esel; Schmoller’ (ID. 1, 514 ff.; GRICHTING 1998, 73) zu stellen. In unserem Gebiet kann auch der Maulesel gemeint sein (RÜBEL 1950, 80), der als Lasttier gebraucht wurde. Die ausgewogenste Deutung gibt LUNB (1, 1, 252), wonach das Tier selber oder eine übertragene Bedeutung gemeint sein könne.

Das Simplex der Eschel ‘das Gelände, das wie ein Esel aussieht’ kommt in Glis, Martisberg, Reckingen und Ried-Mörel vor, historisch 1580 als Eschell auch in Lax. üfem Eschu (Fieschertal) hat /l/-Vokalisierung und eine Präposition.

Die übrigen Belege verbinden das HL als Bestimmungswort mit folgenden Grundwörtern: Acher, Balm, Bast, Biel, Blatt, Bode, Brand, Fääsch, Fall, Furgga, Gassa, Grabu, Mad, Rigg, Schluocht, Seick, Stapf, Tola, Tritt, Tschugge, Wäg und Weid. Die Motivationen sind nicht immer klar: bei t Eschilweid (Zeneggen) geht es zwar sicher um die Weide für die Esel, aber viele andere können entweder eine Ähnlichkeit des Geländes mit einem Esel oder eine nahe bei einer Flur namens Eschel gelegene Flur meinen, oder einfach eine enge Stelle (Eschultritt (Grächen)). Die Auskünfte der Gwpp. sind ernst zu nehmen, treffen aber manchmal kaum zu (z. B. der Eschulbodo (Grächen) als Alpe für Esel auf 1471 m, also tiefer als Grächen selbst (1623 m)). Hier könnte höchstens eine Voralpe in Frage kommen.

VSNB, Bd. 2, Sp. 88

Vorkommen

eschel

eschil

eschol

eschu (Esel)

eschu(l)

eschul

esel

esil