Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Tätsch

Tätsch m. ‘ebene Stelle, Fleck’ ist zu schwdt. Tätsch m., im Wallis Pl. Tätsche, Tätscha, Dim. Tätschji, für ‘etwas durch Fall Zerquetschtes, Zertrümmertes’, von dieser Bedeutung ausgehend in FlN für ‘(ebenes, freies) Stück Boden, namentlich Alpweide um die Hütte herum oder in deren Nähe, steiler Hang; kleine Mulde; in verblasster Bedeutung für Ort, Stelle, übergehend in adverbialer Verwendung’ auch ‘Flecken im Gelände’ (ID. 13, 2122 ff., bes. 2135) zu stellen. GRICHTING (1998, 193) kennt es als ‘Klaps, Fleck, Omelette’, wovon nur ‘Fleck’ einschlägig ist.

Die meisten Belege finden sich in Naters, wo es di Tätscha ‘die Alpe mit den ebenen Stellen’ gibt (früheste Belege 1390 an dien Tetzon). Eine Kleinsiedlung Täätsche ‘die ebenen Stellen’ liegt zwischen Blatten b. Naters und Belalp. Dazu gesellen sich t Obru und t Undru Tätsche, sowie der Täätschwald etwas darüber. Nur historisch belegt ist 1734 im Tätschiloch ‘im Loch beim Gebiet Tätscha’ und 1758 Tetschbord ‘das Bord beim Gebiet Tätscha’.

In Blatten sind dr Älw Tätsch ‘der fahlgelbe Fleck’ und dr Rot Tätsch ‘der rote Fleck’ belegt, zwei Felsen, die durch ihre Farbe auffallen.

Visperterminen kennt der Ober und der Unner Meiggertätsch ‘der obere und der untere Teil der ebenen Stelle der Alpe Meiggeren’.

Je nur einmal belegt sind: üfem Choltätsch ‘auf dem Platz, wo Kohle gebrannt wurde’ (Münster), Leffeltätsch (LT Löffeltätsch) ‘der Fleck in der Form eines Löffels’ (Geschinen) und t Sennetätscha ‘die ebenen Stellen für die Sennen (Raststelle für die Sennen, welche Käse zum Furggerchäller bringen mussten)’ (Grengiols).

VSNB, Bd. 4, Sp. 321

Vorkommen

täätsch

täätsche

tätsch

tätscha

tätsche

tätschi

tetsch