Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Verweise für Hauptlemma

Brachottgini

Siehe HL BRAACHE. Die beiden Belege Braahudstein und Brachottgini sind zu schwdt. Brāchet, wdt. Braachet, Braachät (Goms), Braachat (Mattertal), Braachud (Saasund Lötschtal), Braachot m. ‘die Arbeit, bes. die Zeit des Brachens; Monatsname Juni’ (ID. 5, 311 f.; GRICHTING 1998, 41) zu stellen. Die Motivation des Namens ist in beiden Fällen wohl eine Verkürzung aus Brach-Monat.

VSNB, Bd. 1, Sp. 265

Hauptlemma

Braache

Vorbemerkung IW: Es existieren von GS und ALB insgesamt vier HLL: Braache, Brache, Brachen, Brachottgini. Sie werden neu alle unter Braache gestellt. Das gilt auch für Braachet ‘Brachmonat’, der als Ableitung zu Braache verstanden wird. Braache ist zu schwdt. Brāch, im Wallis Brācha f. zu stellen; gemeint ist ursprünglich das Aufbrechen des Bodens für die Neusaat. ID. führt dazu aus: ‘zur Zeit der alten Dreifelderwirtschaft eig. das alle drei Jahre einmal erfolgende Umbrechen desjenigen Ackerfeldes, das seit der Sommerernte des vorhergegangenen Jahres den ganzen Herbst über und im darauf folgenden Frühjahr bis zum Juni, der Zeit des Umbruches (cf. Brāchet), als Stoppelweide gedient hatte, und das nun von Juni bis zum Herbste, der Zeit der Neubestellung mit Winterfrucht, zum Zwecke der Lockerung des Bodens und Reinigung desselben vom Unkraut wiederholt umgeackert wurde; dann übertragen auf das gebrachte Feld selbst, eine der drei Zelgen’, ‘umgebrochenes Stück Wiesland, Acker, zum Anbau von Getreide, Kartoffeln und anderen Hackfrüchten’, ‘Allmendanteil zum Anbau von Feldfrüchten’, ‘von Rasen entblösste Stelle an steilen Abhängen’, ‘der beim Pflügen aufgeworfene Erdteil im Ggs. zur Furche’, ahd. brāhha, mhd. brāche (ID. 5, 306 ff.). Im Oberwallis finden sich jedoch kaum Hinweise auf eine Dreifelderwirtschaft; es gibt aber einige Gebiete, in denen ein Zweijahresrhythmus eingehalten wurde, an anderen Orten gab es hingegen kaum Brachen (vgl. ADRIAN IMBODEN, Die Land- und Alpwirtschaft im Oberwallis, 1972, S. 123: “In manchen Gemeinden (z. B. in den Leukerbergen, in Törbel, in Zeneggen und vor allem in Visperterminen) kennt man im Roggenanbau heute noch die Brache. Das Ackerfeld wird nur jedes zweite Jahr angepflanzt. Im Juni wird gepflügt (Brachen), Ende Juli ein zweites Mal gepflügt (Drifren), Ende August erfolgt die Aussaat und im folgenden August die Ernte. Die Höhenlage und der Mangel an Mist führten zu dieser Anbaumethode”).

Der Name kommt als Simplex, normalerweise im Plural vor (di Brache (Eischoll)), gelegentlich auch im Diminutiv (ts Braachji (Oberems) oder Brachi (Zermatt)’). Ein in Naters 1673 als Brasche gelesener Name ist als die Brache (unklar ob Sg. od. Pl.) (PH. KALBERMATTER, p. c.) zu lesen. Als Grundwort erscheint es in Zusammensetzungen sehr selten, etwas häufiger als Bestimmungsort wie in Brachacher (Visp) oder Braachmatte (Turtmann). Eine oblique Form ist einmal in ts Braachutirli (Raron) ‘die kleine Tür beim Brachland’ belegt.

Als Ableitung von Braache dient Braachet / Braachot / Braachut ‘der Brachmonat (Juni)’ (ID. 5, 311 (Bed. 2)). Es erscheint historisch in Brachottgini (Naters) ‘die kleinen Stücke Land, die im Juni bebaut werden (?)’ und lebend in dr Braahudschtein (Kippel) ‘der Juni-Stein’ (weil er im Juni heruntergekommen sei). Ganz unklar ist der Braachedwaald (Bister) mit dem Braachedwäg; während der Weg durch den Wald führt und wohl deswegen so heisst, ist schwer erkennbar, was der Wald mit dem Juni zu tun haben soll – es sei denn, der Wald hätte z. B. im Juni als Viehweide gedient (die sog. Waldweide war amtlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bekämpft, wurde aber dennoch weiter betrieben).

VSNB, Bd. 1, Sp. 263

Vorkommen

braach

braache

braachini

braachje

braachji

braachu

braahud

brach

brache

brached

brachen

brächen

brachen

bracherro

brachi

brachottgini