Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Verweise für Hauptlemma

Baschweri

Baschweri ist eine verschliffene Form von ts Bachsch Weri ‘des Baches Wehr’; die Belege dazu finden sich unter HL BACH (WASSER) und HL WERI.

VSNB, Bd. 1, Sp. 170

Hauptlemma

Bach (Wasser)

Bach m. ist als Name oder Namensbestandteil sehr häufig; einerseits als Bezeichnung eines kleinen Flusslaufes, anderseits auch als Benennung des Gebietes um einen solchen Flusslauf herum oder zur Angabe der Lage zwischen zwei oder mehreren Bächen: schwdt. Bach m., Pl. Bäch, wdt. Bach, Bächji, Bächli, Bäch, Bächjini m. ‘Bach’ (ID. 4, 947 ff.; GRICHTING 1998, 31), schwdt. Bäch, Bächi f. Örtlichkeit, wo mehrere Bäche zusammen fliessen’, schwdt. Bachle(n), Bächle(n) ‘bachreiche Gegend’ (ID. 4, 955), schwdt. Bächler m. ‘Ort, wo ein Bach durchoder vorbeifliesst’ (ID. 4, 956), sehr häufig als Kompositum, z. B. Bach-Tal, Bachtalen, Bachtelen ‘Bachrinne, Bach-, Flussbett, kleines, von einem Bach durchflossenes Tal’ (ID. 12, 1331 f.), auch Bach-Tola (ID. 12, 1688). In historischen Belegen wird der Umlaut häufig als /e/ gekennzeichnet: Bech, Bechgi usw. In einigen Fällen kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Personenname gemeint ist (z. B. Zer Bächläri Schiir (Blatten) ‘zur Scheuer der Bächlerin’ oder ‘zur Scheuer im Gebiet des Baches’). Formal kommt das Lemma als Simplex vor, auch im Plural, oder in einer Diminutivform mit (Bächji, Bächjini) und ohne (Bachji, Bachjini) Umlaut. In Komposita ist es häufig Grundwort mit Bestimmungswörtern, die die lokale Herkunft, die Ortszugehörigkeit, die Beschaffenheit oder die Nutzer, resp. Besitzer benennen. Interessant ist weiter die Verwendung von Partizipien (z. B. der Schrääjund Bach (Naters) ‘der Bach mit einem Wasserfall’ zum Verb schrääjen (ID 9, 1441) oder von Ortsangaben wie Im Bach (Brig); gelegentlich finden sich auch Adjektive wie in Leidbach (Staldenried) ‘der hässliche Bach’ – hier ist ein Weiler mit schlechten Wiesen gemeint – und Furzbach ‘der Bach, der furzende Töne hören lässt’ (FLNK, Zeneggen). Als Bestimmungswort tritt Bach selten auf, z. B. in ts Bachalpji (Eisten) ‘die kleine Bachalp’, oder in komplexeren Konstruktionen wie ts Tänbahoren (Wiler) ‘das Tännbachhorn’, ein Gipfel oberhalb des Tännbachgletschers, aus dem der Tännbach entspringt. Ein komplexer Fall ist t Unnerbächneri (Unterbäch), ‘die Unterbächnerin’ der Name des Dorfbaches vom Holz herunter in Unterbäch; die Ableitung mit /-ERI(N)/ bezeichnet sonst häufig Wasserfuhren. Das Kompositum Baschweri lässt sich auf ‘des Baches Verbauung, Schutzwehr’ zurückführen.

VSNB, Bd. 1, Sp. 142

Vorkommen

ba (Bach)

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bach

bäch

bächen

bachen

bächen

bacheri

bächi

bachi

bächi

bachi

bächi

bachi

bächi

bachi

bächi

bächie

bächini

bächinu

bächje

bächjens

bächji

bachji

bächji

bachji

bächji

bachji

bächji

bachji

bächji

bachjini

bächjini

bachla

bächlein

bachler

bächli

bächlin

bächlini

bächner

bächneri

bachsch

bachtila

bächu

bachu

bächu

bak

bas

basc

basch

bech

beche

bechen

bechgy

bechi

bechlini

bechtel

bek

pach


Hauptlemma

Weri

Weri f. ‘Wehr’ ist zu schwdt. Weri, Wēri, Wērri f., Pl. -inen (bzw. -enen), ‘Verteidigungsbau, Befestigungswerk; Schutzbaute gegen Naturgewalten, Schutzwall, -mauer, Bach-, Flussverbauung, Lawinenverbauung gegen Geröll und Schnee’, ahd. weri, mhd. were und wdt. Weri ‘Schutzmauer, Grenzlinie (Kuhweide)’ (ID. 16, 955 ff.; GRICHTING 1998, 238) zu stellen. Im Bezirk Leuk kann ein /ä/ an Stelle des /e/ treten. Typischerweise ist eine Weri eine Dammbaute gegen einen Fluss (wie Rotten, Lonza, Saltina oder Vispa) oder einen Bach (wie den Kelchbach oder den Tschingelbach), oder eine Mauer, ein Damm gegen Lawinen. Eine Ausnahme ist das Stauweer (Leuk), wo der Rotten gestaut wird.

Das Simplex ist im Singular als t Wäri (Leuk), Weri (FLNK, Gampel (mehrfach); FLNK, Täsch), t Weri (Hohtenn, Saas-Grund, Randa), uf der Weri (Brig, Glis), üf der Weri (Obergesteln) belegt, dazu kommen historische Belege an der Werin (1492, Geschinen; 1658 beÿ der Werÿ), an der Wery (1470, Baltschieder), aúff der Werÿ (1746 u. später, Simplon), auf der Werÿ (1815, Oberwald), aŭff der Veri (1653, Naters), by der Werin (1507, Steg, später aúf der Werrÿ u. ä.), jn der Werin (1490, Raron), Weeri (1413, Lax, laut Dokument eine Mauer). Ein Plural des Simplex ist nur in in t Wärini ‘in den Wehren (Lawinenverbauungen)’ (Albinen) belegt.

Mit attributiven Adjektiven erscheinen fur die Alten Werin ‘für das alte Wehr’ (1562, Brigerbad), aúff den Eigenden Wehrinen ‘auf den eigenen Wehren (wohl: Wehrbauten mit Eigengütern)’ (1727, Brigerbad), die Gemeine Werin ‘das Wehr, das der Gemeinde gehört’ (1693, Gampel) und aúf der ŭntern Wehri ‘auf dem unteren Wehr’ (1865, Steg). die Bättmer Wörÿ ‘das Wehr (unklar wogegen) der Leute von Betten’ (1683, Martisberg) enthält einen alten Genitiv, der aber als Adjektiv verstanden werden kann.

Als Grundwort ist das HL wie folgt in zweigliedrigen Komposita belegt: die Landwoͤry ‘das Wehr des Landes (gemeint ist wohl die Landmüüra bei Gamsen)’ (1538 u. später, Glis), Lauinewehr ‘das Wehr gegen die Lawinen’ (Geschinen, SK; Obergesteln, SK; Leukerbad (Plural) SK), Lontzwerin ‘das Wehr gegen die Lonza (1752, Gampel; 1852, Steg Lonzenweri), di Bruschweri ‘das Wehr bei Brunnä (Brunnen /Quellen)’ (Ferden), t (e)Rottuweri ‘das Wehr gegen den Rotten’ (Naters) und das schon erwähnte Stauweer (FLNK, Leuk; auf 1:10000 Stauwerk). Einen Sonderfall stellt der Typ Bachschweri ‘das Wehr gegen den Bach / was so aussieht wie ein Wehr gegen den Bach’ (1678, Greich) und weitere, auch Basweri ‘das Wehr gegen den Bach’ (1791, Termen) - es handelt sich eigentlich um ein vorangestelltes Nomen im Genitiv Bachsch und das Grundwort Weri ‘Wehr’. Eine unverstandene Deutung dazu ist wohl Baschwerd ‘das Wehr gegen den Bach’ (1852, Gluringen). Der Name wird auch für Gebiete verwendet, die so aussehen wie ein Wehr gegen den Bach. Komplexere Konstruktionen hierzu sind Baschweriwald ‘der Wald im Gebiet der Baschweri (Wehr gegen den Bach’ (FLNK u. LT, Goppisberg; LT, Ried-Mörel). Einen Genitiv Plural zu einem komplexen Namen zeigt Bistmeren Bachschwerehag ‘der Zaun beim Bachwehr der Leute von Bister’ (1753, Bister).

Einen seltenen vorangestellten Genitiv findet man in ts Chleinu Masch Weri ‘des kleinen Manns Wehr (unklar, wer mit kleiner Mann gemeint ist)’ (Glis) - es handelt sich um eine Mauer am Glishorn, die das Wasser in den Grossgraben (auf der Landeskarte Holzgraben) leitete.

Als Bestimmungswort findet man das HL in zweigliedrigen Komposita mit folgenden Grundwörtern: Acher, Bodu, Brigga, Gartu, Matta, Schleif, Spitz und Wärch. Komplexere Konstruktionen sind t Obru und t Undru Werimatte ‘die oberen und die unteren Wiesen beim Wehr (Wehrverbauung beim Rotten)’ (Glis), t Unner und t Forder Wehreia ‘die untere und die vordere Aue beim Wehr’ (Visp).

VSNB, Bd. 4, Sp. 542

Vorkommen

ware

wäri

wärini

weer

weeri

wehr

wehre

wehrinen

wer

werd

were

weri

werin

werri

werrin