Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Champ

Champ m. ‘Feld’ ist die frz. Form zu lat. CAMPU ‘Feld’ (FEW 2, 165 ff.; GPSR 3, 289 ss.). Im ehemals frpr. Oberwallis sind die Flurnamen auf Tschan und Tsan vertreten; lat. CAMPUS erscheint unter HL CAMPUS. Belegt sind zunächst Formen von Champ mit präpositionalen Erweiterungen: Champ du froment ‘das Weizenfeld’ (1651, Salgesch), ou Chang de Larnessi ‘beim Feld der Larnessi’ (1649, Salgesch), oder mit PNN oder FaNN: Tschangerang ‘das Feld des Durand (PN)’ (Salgesch; auch MATHIER 2015, 63; 1338 jn campo Durant), wozu auch Tschangerangblattu ‘die Felsplatte oberhalb von Tschangerang (das Feld des Durand)’ (Salgesch, MATHIER 2015, 64 hat Tschangerangblattä) gehört, der Tschangerangwäg ‘der Weg nach Tschangerang (das Feld des Durand)’ (Varen) bezieht sich auf den Weg von Varen (östlich von Salgesch) aus. Unklar ist en champo vidov ‘im Feld Vidov’ (1494, Salgesch). Tschangaladonga ‘das Feld der Herrin, der Dame’ (FLNK, Albinen; 1612 ouz champ de laz Donna), Changuron ‘das Feld der Familie Gorron’ (1744, Salgesch; frühere Formen haben 1338 jn campis Gorron, 1362 in campo Gorron, 1439 en changoron usw.), eys champeysson ? ‘das Feld Eysson’ (1494, Salgesch), wobei Lesung und Deutung unsicher sind, ey chans de Ronot ‘das Feld beim Röhricht / das Feld am Rotten’ (1413, Salgesch; 1580 jn chang Rossang, 1581 jn chang dov ronoz, 1716 ys champs du Rosne) ist sehr unsicher, gehört aber wohl zum lebenden Beleg Schanderong oder Tschanderong, der seinerseits unklar ist (MATHIER 2015, 69, der hieher andere historische Belege stellt), y schan Weyner ‘im Feld des Weyner’ (1589, Varen, unsichere Lesung von Weyner), Tschanderüünu ‘das Feld beim Rotten’ (Salgesch, MATHIER 2015, 112; TAGMANN, Ms., 116 f. als Schanerüno)).

Mit attributiven Adjektiven sind belegt: Pflantschang ‘das ebene Feld’ (Varen), der Pflantschanghubil ‘der Hügel beim Gebiet Pflantschang (ebenes Feld)’ (Varen), ou Plan Cham ‘beim ebenen Feld’ (1352, Varen), wohl identisch mit dem vorhergehenden Beleg, wozu wohl auch das unter dem HL CAMPUS aufgeführte jn plano campo (1338 u. später, Varen) gehört, Tschalong ‘langes Feld’ (Salgesch, MATHIER 2015, 101) ist seit 1338 als campo longo belegt, 1346 en chanlon usw.

Pra dey Champs ‘die Wiese bei den Feldern’ (1708, Albinen; 1602 in pratis camporum) (bei MATHIEU 2006 so nicht belegt). Unklar ist in Grantschang (1676, Varen), wo der zweite Bestandteil sicher auf Champ zurückzuführen ist, der erste aber eher auf gran ‘gross’.

Eine Ableitung ist in Champagnes ‘die Felder’ (1267 u. später) enthalten (cf. GPSR 3, 292 s. v. Champagne, bes. Noms de lieux), zu lat. CAMPANIA (FEW 2, 152). der Tschanggil ‘das kleine Feld’ (Ergisch, auch FLNK) ist eine frpr. Diminutiv-Ableitung auf /-ELLU/ (GPSR 3, 293 s. v. Champel). Ebenfalls eine Ableitung ist in der Form in chang pitro ‘auf dem Feld’ (1666, Varen) enthalten, das zum HL TSCHAMPIICHTRU (< lat. CAMPĔSTRIS (FEW 2, 155)) zu stellen ist.

VSNB, Bd. 1, Sp. 325

Vorkommen

cham

champ

champagnes

champs

chang

schan

tscha

tschan

tschang

tschanggil