Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Carta

Carta ist nur einmal belegt als incarta Gobingo (13. Jh., Törbel). Während Gobingo ein Genitiv Plural eines FaN ist und in Törbel schon 1252 als Gobignon (cf. HL GOOBE) vorkommt, ist incarta unklar. Man kann den Beleg prati que dicitur incarta Gobingo entweder lesen als ‘der Wiese, die im Dokument Gobingo genannt wird‘ oder ‘der Wiese, die man im Garten der Leute des Goben nennt’. Im ersten Fall würde es sich um keinen Namen, sondern einen lateinischen Text handeln; incarta heisst dann einfach ‘im Dokument’. Im zweiten Fall liegt ein Verschreiber für in Garto vor. Zwar ist carto für ‘Garten’ in Termen schon im 13. Jh. als amfcarto ‘Hanfgarten’ und 1320 als Hanfcarto ‘Hanfgarten’ belegt; das erklärt aber die Endung /a/ nicht. Eine Überprüfung der Lesart durch CHANTAL AMMANN und PH. KALBERMATTER hat keine Lösung des Problems ergeben.

VSNB, Bd. 1, Sp. 316

Vorkommen

carta