Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chessi

Chessi, n. und Chessel, m. werden hier zusammengenommen; sie sind zu schwdt. Chessel m., Chessi n., wdt. Chessi, Chässi n. ‘Kessel’, und Chessl, Chessäl (Goms), Chässil (Leuker Berge), Chessil ‘Kessel’, in FlN ‘kesselförmige Vertiefung in der Erde, bes. im Bette eines Wasserlaufes; Strudel unter Wasserfällen, in Bergschluchten, Felslöchern’ (ID. 3, 516 ff., 518 f.; GRICHTING 1998, 48) zu stellen. Der Flurname kommt in etwa 40 Flurnamen vor. Während Chessi n. für das Chäs-Chessi ‘Käsekessel’ verwendet wird, hat Chessel m. eine allgemeinere Bedeutung. Die Palatalisierung von /l/ > /j/ führt zum Plural Chessja, Chessju. Chessi erscheint zweimal als Simplex. Chessel ist nur einmal Simplex im Singular und Chessje, sowie Chessjene, im Plural belegt. Zweimal gibt es den Diminutiv Plural Chessiltini (Gampel). Als Grundwort findet sich Chessi drei Mal (Hellchessi, Hobitzuchessi, Guggerchessini). In allen anderen Fällen ist Chessi, resp. Chessel Bestimmungswort zu Grundwörtern wie Bach, Bodu, Brunnu, Chummu, Gletscher, Grabo, Haalta, Hooru und Schina. Meistens dient es zu Bezeichnung eine Geländemulde, eines Felskessels oder eines kesselförmigen Felsstücks. Bei der Chesselschina ‘Kesselschiene’ (Mund) ist wohl eine Schiene gemeint, an der das Käsekessi über das Feuer gezogen werden konnte; üblicherweise wurde aber eher der Turner verwendet: ein Drehgestell mit dem gleichen Zweck.

VSNB, Bd. 1, Sp. 343

Vorkommen

chessel

chessi

chessil

chessini

chessiu

chessjen

chessjer

chessjeri

chessul

kessel

kessi

kessiltini

kessje

kessjene

kessul