Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Joch

Joch ist zu schwdt. Joch n. in toponomastischem Sinn ‘Gipfel eines Hochgebirges, hoher, frei aufragender Fels; Einsattelung eines Bergrückens’ amhd. joh, joch (ID. 3, 6 f; BENB 1, 2, 371 f.; ZINSLI 1946, 325) zu stellen.

Der einzige Beleg des Simplex ist ov Joch (1407, Leuk), das von MEYER (1914, 96) zu lat. IŬGU ‘Joch’ gestellt wird und als žŏk (vereinfacht) notiert wird. Der Name ist hier frpr., wie der Artikel ov beweist.

In zwei Fällen liegen Iuͮchtmatta (1448 + 1445, Visperterminen) und der Jochtwald (Ried-Brig) vor. Der erste Beleg ist wohl zu Juch (ID. 3, 8), das nur als Flurname belegt ist und wohl ein Flächenmass meinte, zu stellen, beim zweiten ist unklar, was genau gemeint ist (auch LT hat Jochtwald).

Alle übrigen Belege (rund 130) enthalten das HL als Grundwort und meinen mit Joch ‘Einsattelung eines Berges’. Die Bestimmungswörter beziehen sich auf Berg-, Gletscher- und Gemeindenamen, die hier im Einzelnen nicht aufzuführen sind, aber an ihrem Ort verzeichnet werden. Adjektive wie Ober und Unner nennen die relative Lage des Jochs. Selten ist die zusätzliche Nennung einer Hütte, wie in t Oberaarjochhitta ‘die (Schutz-)Hütte des SAC beim Oberaarjoch’ und anderer. Vermutlich ist das HL in diesem Sinn relativ spät in Zusammenhang mit der Benennung von Gipfeln und Gletschern zustande gekommen.

VSNB, Bd. 2, Sp. 555

Vorkommen

joch

jocht