Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Aalter

Aalter ‘ander’ ist nur als Bestimmungswort belegt. In Zermatt bildet es ein kleines Namensnest mit dem Zentrum Aalterhöüt ‘das Alter-Haupt’; es scheint hier das andere Haupt zu meinen, dazu dann Aalterchäla und Aalterwaldji. JULEN ET AL. (21995, 210) führt allerdings ds Âlter als eigenen Namen auf und deutet ihn als ‘Hervorragender Bergrücken’, ohne dass es dazu eine Quelle gibt. In Naters ist ts Aalterpomatt ‘das andere Pomatt’ (cf. HL POMATT) belegt. Die Form Aalter schliesst das Adj. aalt ‘alt’ eigentlich aus. Es muss sich um ein Adj. aalter handeln, das eventuell zu ald ‘oder’ (ID. 1, 187) gestellt werden kann; alder ist ahd. bezeugt und wird von ID. als ursprünglich, dem lat. ALTER ‘ander’ entsprechend angesehen (ID. 1, 188). M. H. GRAF (p. c., 4.11.2014) nimmt jedoch eine Reanalyse von alt zu alter an; er erwägt auch kurz Alter ‘Altar’, das u. E. auszuschliessen ist, weil dieses Lexem im Walliserdeutschen nur mit Zweitbetonung belegt ist und nie als Lokalname. MÖLLER (1985) plädiert für alt im Sinne von lat. ALTUS ‘hoch, hochgewachsen’ (nach einem Hinweis von E. WASER, vgl. LUNB 1, 1, 50). Auch hier ergibt sich das Problem mit der Form Aalter.

VSNB, Bd. 1, Sp. 56

Vorkommen

aalter