Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Äs

Äs ist lebend nur in t Äsmatte (Visperterminen) belegt; einen historischen Beleg von 1553 gibt PH. KALBERMATTER (p. c.) als Assmatte, bei ZIMMERMANN ist es Essmatte (mit Seite 6 statt Seite 12) . ZIMMERMANN (1968, 64) stellt den Namen zu ahd. ëzza f. ‘Weide, Futterplatz’ (vgl. auch GRWB 3, 1188 s. v. Etzematte). Das Bestimmungswort ist zum schwdt. Verb etzen ‘speisen, ernähren’, auch ‘eine Wiese abweiden lassen oder ihr Gras grün einfüttern’, mhd. etzen ‘speisen, abweiden’ (ID. 1, 627 ff.) zu stellen. GRICHTING (1998, 74) hat wdt. Ezzi, Eezi ‘Atzung, Weide, Wiesenstück’.

Unklarer sind historische Belege: jm Hesse (1337, Feschel; auch jm Esse), in dem Hesse (1298, Raron; 1306 in dem Esse), zem Hesse (1328, Unterems). Hier gibt es zwei Probleme: zum einen das Genus, das nicht zu ëzza passt, und die Schreibung mit langem /s/, die auf ein altes /s/ zurückweist. Es wäre also auch eine Deutung als ts Esch ‘das Gebiet mit Eschen’ möglich. Allerdings ist im gleichen Text von 1299 zuerst von jm Esche, später jm Esse die Rede. Da es sich kaum um den gleichen Ort handelt, bleibt das Problem ungelöst.

VSNB, Bd. 1, Sp. 132

Vorkommen

äs

esse

hesse