Eifisch
Eifisch ist nur in der Eifischgraad ‘der Grat zum Val d’Anniviers’ (Oberems) belegt. Es handelt sich um die im Deutschen gebräuchliche Form für frz. (Val d’) Anniviers. MEYER (1914) nennt das Tal im Titel seiner Dissertation Einfisch und geht im Register (S. 159) von der Form Anii vias aus, zitiert aber S. 20 de Anivesio und apud Anivesium und S. 30 Anivieix, das er als nicht lateinisch ansieht. Die dt. Form Einfisch scheint eine rekonstruierte Fehlform von Eifisch zu sein, das seinerseits wohl erst im 16. Jahrhundert als Ergebnis des sog. Staubschen Gesetzes entstanden ist: /n/ vor einem Reibelaut (hier /f/) wird durch einen Diphthong ersetzt (vgl. etwa Beich ‘Bänke’). Die Form lautete also Eifisch, das seinerseits aus einem rom. *Anfis oder *Anvis entstanden sein muss. Diese Formen erscheinen allerdings in den historischen Belegen von MEYER nicht, der latinisiertes Anivesium und frpr. Anivieix hat. Das auslautende /s/ wurde im Oberwallis zu /sch/. GATSCHET (1867b, 191) und STUDER (1896, 96) führen den Namen auf lat. NIX, NIVIS ‘Schnee’, Adj. NIVEUS ‘aus Schnee, schneeig’ zurück, laut GATSCHET soll das Tal seinen Namen dem Einfluss des jenseitigen italienischen Sprachgebietes verdanken, er geht von it. annevare ‘mit Schnee bedecken’ aus, Anniviers bezeichne also ‘eine in der Nähe von Schneefeldern liegende, oder bis tief ins Frühjahr mit Schnee bedeckte Gegend’. Die von MEYER (1914, 159) angesetzte Grundform ĂNII VIAS ‘Jahreswege’ beziehe sich laut CRETTAZ (2008, 9) auf die früher nomandenhafte Lebensweise der Einwohner des Eifischtales ‘l’année sur les chemins’. GPSR (1, 437 s. v. Anniviard) gibt zum Namen keine nähere Erklärungen. Insgesamt steht eine wissenschaftlich haltbare Erklärung aus.
VSNB, Bd. 2, Sp. 56
Vorkommen
eifisch
- Eifischgraad Oberems