Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Goliiri

Goliiri n. ‘couloir’ ist mehrfach in Salgesch und einmal in Leukerbad belegt. Laut TAGMANN (Ms., 37 f.) ist es als /-ARIA/-Ableitung von lat. COLARE ‘fliessen’ zu verstehen, mit der Bedeutung „Runse, Couloir in steilem Gelände“ (vgl. auch BOSSARD / CHAVAN 2006, 246 s. v. Coluire mit Verweis auf Couloir). MATHIER (2015, 48 f.) leitet es dagegen von lat. COLYRUS ‘Haselnussstrauch’ ab und versteht darunter ein Gebiet mit vielen Haselnuss-Stauden. BOSSARD / CHAVAN (2006, 178) kennen für den Haselstrauch nur Typen wie Coudre oder Coudri, was die Deutung von MATHIER als unplausibel aussehen lässt. Neben dem Simplex ist belegt (lat. Cabulum) de la Coliery ‘der Goliiri-Schleif’ (1494, Salgesch), Cliues de la Coliri ‘der Goliiri-Hang’ (1619, Salgesch), Goliiriwäg ‘der Weg von / zu der Goliiri’. Unklar ist noch Jn la Coliriwaz (1579, Salgesch); vermutlich ist ein doppeltes Suffix vorhanden. Goliiriwald ‘der Wald beim Goliri (Runse, steiles Coulior)’ (Leukerbad) ist an diesem Ort isoliert. Er befindet sich auf ca. 2000 m. Die Beschreibung sagt, hier sei ein „komischer“ Hauptakzent vorhanden. Betont ist die erste Silbe; erwartet würde die zweite. R. GRICHTING (1993) kennt es nicht.

VSNB, Bd. 2, Sp. 320

Vorkommen

coliri

galiri

goliiri