Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chlei - Chlii

Chlei(n) und Chlii(n) sind zwei Varianten des Adjektivs, das zu schwdt., wdt. chlei, chlii, chlein (Lötschtal) ‘klein’, substantiviert Chleini f. ‘Kleinheit’ (ID 3, 654; ID. 3, 653 f; GRICHTING 1998, 50) zu stellen ist; zum Nebeneinander der Formen klîn und klein siehe HOTZENKÖCHERLE (1963). In hochdeutsch geschriebenen Namen ist klein üblich. Das auslautende -n erscheint in flektierten Formen wie t Chleinu Fett ‘die kleinen Grasbänder’ (Saas-Almagell). Flurnamen mit Chlei – Chlii kommen in rund 170 Namen vor. Praktisch alle Belege sind adjektivische Attribute, nur sehr selten wird das Adjektiv in ein Kompositum integriert wie in Kleinstockji ‘der kleine Stock’ (1853, Grächen). Von der Bedeutung her sind zu unterscheiden: relativ zur üblichen Grösse kleine Gebiete (häufig mit einem Diminutiv des Bezugsnomens, wie in ts Chlei Bielti ‘der kleine Hügel’ (Naters)) oder im Gegensatz zu einem grossen (oder näher nicht spezifizierten) Bezugsgebiet oder häufig Bezugsgipfel (z. B. ts Chlei Matterhoore ‘das Kleine Matterhorn’ relativ zum Matterhoore ‘das Matterhorn’ (beide Zermatt)). Ein einziges Mal erscheint die substantivierte Form Chleini in t Chummuchleini (Zermatt), wobei die LK Chummenchlene hat, die SK dagegen Kummen-Kleine ‘das kleine Gebiet bei der (Tuffter-)Chummu (Geländeeinbuchtung)’ (Zermatt). Zur Schreibweise ist zu beachten, dass die Namen höherer Gipfel auf der LK hochdeutsch geschrieben sind; SK verhochdeutscht Namen in sehr vielen Fällen, sodass auf beiden Karten Klein bei Gipfelnamen verwendet wird.

VSNB, Bd. 1, Sp. 354

Vorkommen

chlei

chlein

chleini

chleinu

chli

chlii

chliine

chly

klein

kleine

kleinen

kleines

kleini

kleinun

kliine