Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Balerott

Balerott n. mit Endbetonung ist nur in ts Balerott (Eisten) belegt; LT hat Balurot, FLNK Balerott. Historische Belege fehlen. Vermutlich steckt im ersten Bestandteil Bale der Name des angrenzenden Dorfes Saas-Balen; von Eisten aus gesehen befindet sich das Gebiet am Balfrin direkt an der Grenze. Der zweite Bestandteil ist ts Rott n., das als Neutrum nirgends belegt ist. Zwar gibt es im ID. (6, 589) Rōd f., u. a. mit der Bedeutung ‘Gegend, Ort’, doch wird dieses Lexem generell auf rätorom. rōda, rouda (< lat. ROTA) zurückgeführt und ist vor allem im Appenzellischen belegt. Aus dem Wallis sind solche Entlehnungen bisher nicht bekannt, obwohl es ein rotta ‘Weg, Strasse’ (TAGMANN 1946, 64) gibt, das allerdings aus lat. RUPTA abgeleitet wird. In jedem Fall wäre aber mit einer femininen Form zu rechnen. Eine Verbindung zum hdt. Verb roden ist unwahrscheinlich; da dieses eine niederdeutsche Lautform aufweist (KLUGE / SEEBOLD 252011, 770); ein Zusammenhang mit hdt. (aus)rotten (KLUGE / SEEBOLD252011, 76) ebenfalls, da dies im Oberwallis zu Riti ‘gerodetes Gebiet’ würde. Deswegen bleibt ts Rott n. ungedeutet.

VSNB, Bd. 1, Sp. 147

Vorkommen

balerott