Brunner (FaN)
Das Lexem Brunner kann sowohl den Familiennamen Brunner wie auch eine Herkunftsbezeichnung (Brunner sind dann die Leute von Brunnen) meinen. Der FaN Brunner, auch Zum Brunnen, Zbrunnen, latinisiert ad fontes ist für mehrere Familien dieses Namens im Wallis, besonders in Eischoll, Brig, Lötschen, Leuk, Salgesch, Siders und Sitten belegt. In Eischoll und Turtmann kommt sie unter dem Namen Zbrun vor (AWWB 45 f.). Wenn Brunnu oder Bru als Weilername erscheint, können die Brunner auch einfach die Leute aus diesem Weiler sein; entsprechend ist der Genitiv Plural Brunnero mehrdeutig.
Belegt sind neben dem Simplex der Brunner ‘im Gebiet der Familie Brunner’ (Termen) und dem Genitiv Brunnero ‘der Familie Brunner / der Leute von Brunnu’ (1572 u. später, Eischoll) auch der Genitiv Plural Brunnero mit den HLL Eie, Drittel, Graat und Hüs. Vermutlich auch hieher gehört Brúnneren Eÿholtz ‘der Eich-Wald der Familie Brunner / der Leute von Brunnen’ (1747 u. später, Mörel). Klare Fälle von Familiennamen sind der Brunnerlinen Reben ‘die Reben der Familie Brunner’ (1732, Zeneggen) mit einem Diminutiv auf -LI, der häufig auch für FaN gebraucht wird, ts Brunnärsch Zuin ‘der Zaun der Familie Brunner’ (Wiler) und Brunnischwald ‘der Wald der Familie Brunner’ (Grengiols) mit der typischen Genitiv-Kurzform Brunnisch. In dieser Gemeinde gibt es allerdings als Variante auch Bunnisch, das unklar ist. Unklar ist der historische Beleg de Brungners Lene ‘vom Lehen des Brunner’ (1301, Bürchen), das zum HL BRUNNU gestellt ist, hier aber wohl den FaN meint.
VSNB, Bd. 1, Sp. 293
Vorkommen
brunnärsch
- Brunnärsch Zuin Wiler
brunner
- Brunner Termen
brunneren
- Brunneren Eyholz Mörel
brunnerlis
- Brunnerlis Räbe Zeneggen
brunnero
- Brunnero Eia Brigerbad
- Brunnero Graad Betten
- Brunnero Hiischinu Brigerbad
brunnerro
- Brunnerro Eischoll
- Brunnerro Drittel Eischoll
brunnisch
- Brunnischwald Grengiols