Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Näscht

Näscht ist zu schwdt. Nëst n., Pl. Nëster, Dim. Nëstli, Nësti wie nhd., im eigentlichen Sinne ‘Vogelnest’ aber auch ‘Lagerstätte anderer Tiere’, oder der Nestähnlichkeit wegen für ‘verworrenes Gebüsch’ (ID. 4, 836 ff.; BENB 1, 4, 12 f.; GRICHTING 1998, 143) zu stellen.

Das Simplex Näscht (Eggerberg, Blatten) ist selten; die Motivation ist unklar. Als Grundwort kommt Näscht mit Vogelnamen vor wie Aarenäscht ‘Adlernest’ (Ulrichen), Giirenäscht ‘Geiernest’ (Ulrichen), Hennenäschter ‘Hühnernester’ (Oberwald), Huwwinäscht ‘Eulennest’ (Randa), Schwalbunäscht ‘Schwalbennest’ (Albinen), Vogolnäscht ‘Vogelnest’ (Embd) vor. Fliegende Insekten sind in Muggunäscht (Albinen) gemeint. Eine Erweiterung bildet Aarenäschtstafel ‘Stafel beim Adlernest’ (Ulrichen). Bei diesen Namen ist jeweils unklar, ob es sich tatsächlich um einen Nistplatz der Tiere handelt oder um eine Metapher.

Als Bestimmungswort findet sich Näscht in den Verbindungen, Näschgufer / Näschtgufer, Näschmatta / Näschtmatta, Näschtalpa, Näschtbach, Näschtchinn, Näschtgletscher, Näschthoru, Näschtwald, Nesthorn und Nestmatta. Erweiterungen sind z. B. Näschthoruwang, Näschwaldbord, Näschwaldrigg und ts Chlein Näschthoren. Dieses und andere Namen mit Näscht in Blatten sind nach dem Gebiet Näscht unterhalb des Horns benannt. Sonst ist im Einzelnen unklar, worauf sich das Lemma Näscht bezieht.

VSNB, Bd. 3, Sp. 290

Vorkommen

näsch

näscht

näschter

nest