Chlääna
Chlääna f. ist zunächst der Name eines Gipfels (Termen, SK Klenenhorn), der mit agglutiniertem Artikel auch Klääna heisst. Der hauptbetonte Vokal ist lang. Darin unterscheidet sich Chlääna vom nur historisch belegten Namenstyp Klenerra (Greich, Ernen, Steinhaus) und den lebendigen Namen t Klännerne (Unterbäch) und Chländernä (FLNK, Blatten), das sonst als Chländerfluä belegt ist. In Fieschertal ist historisch die Klener Gassen belegt (1674 u. später).
Es ist unsicher, ob die genannten Namen überhaupt vom gleichen Lemma abzuleiten sind. Ausserhalb des Wallis ist Chläneren (URNB 2, 437) belegt, das die Autoren zum Verb schwzdt. chläne ‘klettern, sich emporwinden’ (ID. 3, 650) stellen, mit dem Ableitungssuffix /-ERE(N)/ (SONDEREGGER 1958, 551) für eine Stellenbezeichnung, also etwa ‘Ort zum Klettern’. Allerdings ist das Verb im ID. nur für Berner Oberland, Unterwalden und Uri bezeugt. Der Typ Klenerra würde dennoch hieher passen. Die Klener Gassen wäre dann die Gasse, die zur Klenerra führt. Die Form Klännerne (Unterbäch) hat das auch sonst belegte Ableitungssuffix /-ERNA/, das im Allgemeinen als Kollektiv für Pflanzen verwendet wird; der Pflanzenname Chlee(w) ‘Klee’ kommt aber aus lautlichen Gründen nicht in Frage; man kann die Form deswegen als Variante zu Klenerra betrachten. Die Lötschentaler Formen Chländernä und Chländerfluä enthalten den Sprosskonsonanten /d/, der am Übergang von /n/ und /r/ entstehen kann. Der Gipfelname in Termen lässt sich schliesslich nur erklären, wenn eine sekundäre Dehnung in der offenen Silbe (Chläna > Chlääna) angenommen wird. Andere Lemmata mit Chlään- (z. B. chläänen ‘ohne Grund klagen’ (ID. 3, 650)) kommen kaum in Frage.
VSNB, Bd. 1, Sp. 351
Vorkommen
chländer
- Chländerfluä Blatten
- Chländerfluä Blatten
klääna
- Klääna Termen
klännerne
- Klännerne Unterbäch
klener
- Klener Gassa Fieschertal
kleneren
- Kleneren Greich
klenerra
- Klenerra Ernen
klenerron
- Klenerron Steinhaus