Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chastelar

Chastelar und seine Weiterentwicklung zu Tschachtular und Tschachtela gehen auf CHÂTELARD ‘château fort’ (GPSR 3, 432) zurück. TAGMANN (Ms., 104) nimmt lat. CASTELLARE ‘Ort mit einem Schloss oder einer Befestigung’ mit Weiterentwicklung zu Tschachtelar an; die Entwicklung von /-st-/ zu /-cht-/ entspricht der üblichen Lautentwicklung (siehe TAGMANN 1946, 7). Die ONN bezeichnen „einfach eine Anhöhe, ohne dass darauf eine Burg … nachgewiesen werden kann“. Die Re-Analyse in t Schachtela (‘die Schachtela’) geschah in Analogie zu synkopierten Femininartikeln in der deutschen Mundart. Die meisten Belege sind historisch vom Typ ou Chastelar ‘auf der Anhöhe (die wie eine Burg aussieht)’. Der Namenstyp findet sich nur im westlichen Bezirk Leuk; in den anderen Bezirken sind die HLL CHASCHTE oder CHASCHTEL belegt; ein sogenanntes Lehnappellativ ist im HL GESTELN vertreten.

Belegt sind Chastelar (1280 u. später, Leuk), ou Chastelar (1315, Leukerbad), ol Chastelart (1328, Unterems), ou Chastelart (1328 u. später, Inden), in der Chatelarden (1582, Agarn), Tschachtela (Salgesch; MATHIER 2015, 74, der auch Tschachtelastrass und Tschachtelawasserleita (beide S. 75) hat), in Tschachtulaar (Leukerbad; R. GRICHTING 1993 hat Tschachtälar (Blatt 2, Nr. 21; Blatt 3, Nr. 7)). In Salgesch sind weiter t Obri und t Undri Tschachtela belegt; nur historisch ist Schachtalar Strasse (1880 (ca.), Salgesch; MATHIER 2015, 75 hat den Beleg ebenfalls) überliefert.

VSNB, Bd. 1, Sp. 336

Vorkommen

chastelar

chastelart

chatelarden

tschachtela

tschachtulaar