Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Saxum

Saxum ist ein lat. Wort für ‘Fels, Stein’; das frpr. Gegenstück ist sex (BOSSARD/CHAVAN 2006, 32) und die dort erwähnten anderen Formen. Die belegten Namen enthalten die lat. Grundform SAXUM oder eine flektierte Form (SAXI (gen. sg.), SAXO (dat./abl. sg.), SAXA (nom. / acc. pl).). Vermutlich handelt es sich in den meisten Fällen um Latinisierungen des Notars. Als einziges Simplex ist belegt iuxta saxum ‘beim Fels’ (1356, Varen). Das dort 1474 belegte de saxo ist vermutlich ein Alpname, der kaum zum ersten Beleg gehört. Alle anderen zu diesem HL gehörenden Belege sind zu anderen HLL zu stellen; normalerweise geben sie nur an, dass ein Fels oder ein Steinblock gemeint ist. Die meisten dieser Belege sind mit einer Präposition angeschlossen. Solche Belege im Singular oder Plural sind: de Dorbons (1291, Albinen), de Campo Cort (13. Jh. u. später, Ergisch), de Berdes (1326, Inden), de Dala (1295 u. später, Leuk), dÿ Replang (1566, Leuk), dou Plang (1485, Salgesch; unklar 1566), de Plambis (1587, Varen; auch de Plangbis), dÿ Luss (1587, Varen), jllorum de Varona (1587, Varen), de crista de Varonna (1339, Varen), de la Ravij (1490, Varen, unklar), de laz Paryz (1490, Varen), dov Prylet (1490, Varen), dov Pyssyour (1490, Varen), Mayenchet (1433, Varen; unklar), de Dala (1490, Varen), di Curs (1587, Varen; 1577 Leukerbad).

Eine einzige andere Form ist jn saxo fracto ‘beim gespaltenen Stein’ (1346, Bratsch), wo lat. fractus ‘gespalten, gebrochen’ verwendet wird; laut Dokument handelt es sich um einen Flurnamen, der aber lateinisch notiert wird.

Die mit Präpositionen wie de, dÿ, ov usw. angeschlossenen Namen zum HL SAXUM lassen sich als Bestimmungswörter zum Grundwort Saxum ‘Fels, Stein’ verstehen. Vermutlich ist aber das HL SAXUM eine Latinisierung, die nicht einem Flurnamen entsprach, sondern einfach ein Appellativ wiedergab.

VSNB, Bd. 4, Sp. 33

Vorkommen