Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Brisch

Brisch / Priisch bezeichnet zunächst das Heidegebüsch auf Alpweiden. Zu stellen ist es zu schwdt. Brǖsch Pflanzenname ‘stechender Mäusedorn, Ruscus scul.’, ‘gemeines Heidekraut, Calluna vulg.; rote Glockennelke, Erica carn.’, ‘zarte, dürre Reiser von Nadelbäumen’, ‘Flatterbinse’, i. allgem. Sinne ‘niedriges, an trockenen Stellen wachsendes Gesträuch, Gestrüpp überhaupt, z. B. für Alpenrosenstauden, Preiselbeergesträuch’ (ID. 5, 827 f.; MARZELL 1, 729 ff.; BENB 1, 4, 629 f.). Bei BIELANDER (1948, 102) als Priisch für ERICA CARNEA, ebenso C. SCHMID (1969, 162). Die Pflanze ist als Schneeheide in LAUBER / WAGNER / GYGAX (52014, 702) belegt.

Als Bestimmungswort erscheint das HL in Briischegga ‘Ecke mit Erika (Heidegebüsch)’ (Blitzingen, Bellwald). Die Ableitung Brischeru ‘Gebiet mit Erika (Heidegebüsch)’ ist – laut den historischen Belegen – mit dem Suffix /-ERRA/ gebildet, das als Stellenbezeichnung mit Pflanzennamen gebraucht wird (SONDEREGGER 1958, 471 f.). Die Bildung Brischlär- (Blatten) ist ein Plural.

Der Beleg Brischhubil (Leuk) bezeichnet laut Gwp. einen plattenartigen, bröckligen Fels; es ist wohl zum Adjektiv brǖsch II ‘mürbe, morsch, brüchig’ (ID. 5, 830) zu stellen. Die Belege ts Priischubossi ‘das kleine Privatgut der Familie Boson / des Boso’, Priischuglabiu ‘das Privatgut der Familie Clavioz’ und der Priischuwäg ‘der Weg zu / von den Priischen (Privatgütern)’ (alle Varen) beziehen sich nach TAGMANN (1946, 76 f. s. v. Poprisat) und BOSSARD / CHAVAN (2006, 129) auf frz. prise ‘Privatgut’; der Name lässt sich auf ein feminines Partizip Passiv von lat. PREHENDERE zurückführen, als prise französisiert.

VSNB, Bd. 1, Sp. 284

Vorkommen

briisch

briischeru

briischlär

brisch

brischer

brischeren

priische

priischu