Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Doorbu

Doorbu kommt primär als frpr. Etymon im Bezirk Leuk vor. Ob än Toorbu ‘auf Torben’ (Ferden; FLNK Dorbu; LT Torbu; SK Dorben) hieher gehört, ist unklar; schwdt. Turb ‘Torf’ (ID. 13, 1437) kommt aus inhaltlichen (der Ausdruck kommt im Walliserdeutschen sonst nicht vor) und lautlichen (/o/ statt /u/) Gründen kaum in Frage.

Das Simplex erscheint als ts Doorbu (Albinen) und als Dorben (1723, Inden), wobei die beiden Orte identisch sind. Die ältesten Belege in Albinen sind: 1250 (ca.) de Dorbuns (eine Alpe), 1298 apud Dorbons, 13. Jh. Petri de Dorbon, 1320 de Dorbons (eine Alpe) usw. Obwohl als Alpe bezeichnet, ist der Weiler mit rund 1410 m eine Voralpe; MATHIEU (2006, 35) gibt den Weiler als Dorbu Derfji wieder; er ist heute weitgehend vebuscht. Albinen weist folgende weiteren Belege auf: Dorbu ob dum Wäg ‘in Dorben oberhalb des Weges’ (FLNK), Dorbubodu ‘der Boden beim Weiler Doorbu (Dorben)’ (FLNK), Dorbubrunnji ‘die kleine Quelle / der kleine Brunnen beim Weiler Doorbu (Dorben)’ (FLNK), der Doorbugrabu ‘der Graben, der bei Dorben vorbeiführt’, der Doorbuwald ‘der Wald beim Weiler Dorben’. Diese Namen sind auch alle bei MATHIEU (2006, 34 f.) verzeichnet, der Dorbu schreibt. Nur historisch sind in Crista de Dorbons (1358, Albinen) und Saxi de Dorbons (1291, Albinen) erwähnt. Ob es sich um Doorbu handelt, kann nicht entschieden werden. Unner Dorbu ‘das untere Dorben’ (Albinen) ist bei MATHIEU (2006, 36 f.) belegt. Der gleiche Name ts Unner Dorbu ‘das untere Dorben’ (Inden) wird von MATHIEU als „kleines Albiner Wintergut auf Gebiet der Gemeinde Inden. Längst aufgegeben“ (2006, 37) bezeichnet. In Inden ist weiter der Dorbuwäg ‘der Weg nach Dorbu (Weiler von Albinen)’ (Inden) belegt. Der Name wird von JACCARD (1906, 136 f.) notiert; er stellt ihn zu einer kelt. Wurzel darbi ‘Tanne’ mit Verweis auf Darbellaz. Damit würde allerdings das klare /o/ des Namens nicht erklärt. GPSR enthält den Namen nicht, sodass eine Erklärung fehlt.

Ob das in Erschmatt belegte Dorbeggu ‘die Dorb-Ecke’ auf ca. 2370 m hieher gehört, ist unklar. Als di Doorbeggu (Guttet) ist die gleiche Ecke auch in Guttet belegt.

Weiter westlich findet sich historisch a torrente de laz Dorby ‘vom Bach Dorby’ (1485 u. später; Salgesch) und in torrente de Dorbi ‘am Bach von Dorbi’ (1434, Varen), wobei hier Leute aus einem in Siders geschlossenen Vertrag benannt sind; der Bach gilt als einer der Ursprünge der Raspille neben den Bächen Posa und Mayentzet. Während TAGMANN (1946, 3) die posa kennt und auf S. 48 f. auch mayentsęt als Bach erwähnt, ist ihm offensichtlich der Name Dorbi / Dorby unbekannt; TAGMANN (1946, 3) kennt aber tró̩pla, was jedoch nicht direkt zu Dorbi / Dorby passt. Der Name dieses letzteren Baches ist mit dem von WULF MÜLLER (in BREGY / MÜLLER 2003, 19 f.) angesetzten Flussnamen *Dúr-ub-ia > Torbi vergleichbar (als Quelle von Törbel). Ob das auch für die übrigen Flurnamen das Typs DOORBU gilt, kann nur vermutet werden.

VSNB, Bd. 2, Sp. 22

Vorkommen

doorb

doorbu

dorb

dorben

dorbi

dorbons

dorbu

dorby

toorbu