Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Clives

Clives und die deutschen Formen Kliibe und Kliiwe sind zu lat. CLIVA ‘pente’ (Abhang) (BOSSARD / CHAVAN 2006, 20; TAGMANN 1946, 11 s. v. Clives) zu stellen. Die dt. Form Kliibe ersetzt /v/ durch /b/ (vgl. SDS 1, 156 für WS 2 und 3 (Inden und Agarn)).

Das Simplex im Singular ist als di Kliibe (Leukerbad; R. GRICHTING 1993 als Kliebä, Blatt 9, Nr. 6, Blatt 11, Nr. 40, Blatt 14, Nr. 21), t Kliibe (Inden, Varen) belegt. di Kliiwe (Salgesch, MATHIER 2015, 54) zeigt die ursprüngliche frpr. Form.

Mit einem Adjektiv ist in Varen 1652 y Petites Clives ‘in den kleinen Abhängen’ belegt.

Historisch gibt es in Salgesch les Cliues de la Coliri ‘der Hang bei der Goliiri’ (1619), Weitere romanische Belege sind: in cliue dou chano (?) ‘im Hang des Chano’ (1353, Salgesch), unsichere Lesart von Chano, das sonst als ‘Eiche’ zu übersetzen ist, darum keine Deutung, in der Datenbank des VSNB zu y cliwez dov chabloz ‘der Abhang beim Schleif’ (1579, Salgesch) gestellt; en la clivaz ov Ryvyoz ‘der Abhang beim Bach’ (1494 und später, Salgesch) (sofern Ryvyoz sich zu RĪVUS ‘bach’ (FEW 10, 422s.) stellen lässt), en laz cliwaz dou torren ‘in den Abhängen beim Bach’ (1494, Salgesch; 1345 in cliuo terrentis; 1353 in cliuo de torrente). Unklar ist rotam dys cliwes ‘der Weg beim Abhang’ (1495, Salgesch), der wohl dem heutigen Kliiwugässi (MATHIER 2015, 54) entspricht.

Deutsche Bildungen sind Kliiwuschleif ‘der Schleif in die Kliiwe (Abhang, heute Rebberg)’ (FLNK, Salgesch; MATHIER 2015, 54), Kliiwuwald ‘der Wald oberhalb der Kliiwe (Abhang, heute Rebberg)’ (FLNK, Salgesch; MATHIER 2015, 54) und der Chliibuwald ‘der Wald bei den Chlibu (Abhang)’ (Albinen; MATHIEU 2006, 41 Nr. 28 Kliibuwald). In Varen sind ts Kliibedronnji und t Kliibustrass ‘die Strasse zu den Kliibe’ belegt.

Der in Albinen unter Klewäte (FLNK; MATHIER 2006, 35 Klewätä), hist. 1602 als en la Clÿweta belegte Flurnamen wird in TAGMANN (1946, 11) als Klebeten versuchsweise zu Clivetta ‘kleiner Abhang’ gestellt; der historische Beleg unterstützt diese Deutung.

VSNB, Bd. 1, Sp. 381

Vorkommen

chliibu

cliue

clives

cliwes

klewäte

kliibe

kliibu

kliiwe

kliiwu