Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Verweise für Hauptlemma

Feier

Hauptlemma

Feitieru

Feithieren, dial. Feitieru, Weiler der Gemeinde Leuk, liegt am linken Rottenufer, zwischen der Ausmündung des Illgrabens und dem Dorf Agarn (GEOGRAPHISCHES LEXIKON DER SCHWEIZ 2, 84). Die ältesten Belege für den Weiler haben 1338 ey foetyers, 1405 eys fuetiers (unsicher), 1412 eis fetyérs, 1428 eys feytyers, 1436 eys feityers usw. Erst 1593 wird ein dt. zum Feittier und vom Feÿtier verwendet. Die heutige Form ist 1788 als zen Feÿtieren, also einem Dativ Plural, belegt. Am ehesten liegt eine Ableitung auf /-ARIU(M)/-ARIA/ zum frz. FAÎTE vor (GPSR 7, 120 s. v. faîtier mit Verweis auf FEW 15, 2, 129), wohl zu verstehen als ‘das Bauen eines Hauses’ oder ähnlich; als Name des Weilers wohl einfach ‘bei den Häusern’. Das Wort ist auch im Deutschen früh entlehnt als feitiure ‘Gestalt, Ausrüstung’ (aus lat. FACTURA) (LEXER 3, 50).

Neben dem Weilernamen sind belegt: Oberfeitieru ‘der obere Teil von Feithieren’ (FLNK, Leuk), Unnerfeitieru ‘der untere Teil von Feithieren’ (FLNK, Leuk).

Als Bestimmungswort kommt das HL mit Acher, Gassa und Matta vor. Komplexer sind ts Gross und ts Chlei Feitierugässi ‘die grosse und die kleine kleine Gasse nach Feithieren (von Leuk aus)’ (Leuk).

Eine Kurzform findet sich in der Feierwald ‘der Wald oberhalb Feithieren / der Leute von Feithieren’ (Leuk), der bei FLNK als Feiruwald erscheint. Allerdings kann hier auch frpr. fao (vereinfacht) ‘Buche’ (FEW 3, 371 s. v. fagus buche; GPSR 7, 150 ff.) vertreten sein, das entrundet und zu Feithieren gestellt wurde.

VSNB, Bd. 2, Sp. 133

Vorkommen