Clou
Clou ist die frpr. Form von frz. clos (< lat. CLAUSU) (GPSR 4, 128 ss.; FEW 2, 755 s. v. CLAUSU) mit der Bedeutung ‘enclos; eingefriedetes Gut’, also meist ummauertes oder sonstwie abgegrenztes Stück Land. In den Belegen wird auch lat. CLAUSU-, frz. Clos, dt. Klaus- verwendet. Gesprochen wurde wohl [klu], was zu den „deutschen“ Formen Glu und Glüü führt, die dann wiederum auch als Clau oder Claux wiedergegeben werden. Sie werden hier alle unter dem HL CLOU zusammengefasst (zu unterscheiden sind davon alle Belege mit Glaus-, die auf den PN Nikolaus zurückzuführen sind; weiter sind auch die Namen mit erhaltenem /-s/ vom Typ Klüüs hier nicht erfasst). Der Flurnamentyp kommt etwa 50 mal vor. Zu den verschiedenen Schreibweisen vgl. auch BOSSARD / CHAVAN (2006, 125).
Das Simplex Clou im Singular wird oft von einer Präposition (ou clou) begleitet. Deutsches Glüü dagegen erscheint ohne. Ein Diminutiv ist belegt als Closel (Agarn, Varen – hier auch im Plural).
In den romanischen Namen geht das Grundwort Clou einem folgenden, bestimmenden Nomen oder einer Präposition mit Nomen voraus. Das betrifft Besitzer- oder Nutzernamen wie Clou Martin ‘das eingefriedete Gut des Martin (PN)’ (Varen), später Glümarte (Salgesch) in gleicher Bedeutung; bei MATHIER (2015, 108) als Glümarting. Lokalisierungen sind in Clou Damun ‘das obere eingefriedete Gut’ und Clou Desor ‘das untere eingefriedete Gut’ (beide Salgesch) vertreten; heute sind das Obri Glü und Undri Glü (Salgesch), bei MATHIER (2015, 58) erwähnt. Es können aber auch Appellative verwendet werden wie in ou Clou du Largi ‘beim eingefriedeten Gut im Lärch’ (1629, Salgesch). Selten dagegen erscheint Clou selbst als bestimmendes Element. Beispiel dafür ist in Crista dou Clov ‘auf dem Hügel beim eingefriedeten Gut’ (1602, Albinen). Der eben zitierte Beleg zeigt das Problem der Namen: wir wissen nicht, ob Crista hier eine lateinische Übersetzung von Biel ist, oder ob die frpr. Form Grechta hier ‘rückübersetzt’ wurde. In einigen Fällen sind zwei Bestandteile zu einem Namen geworden, etwa in Praclout (1675, Salgesch), wo die beiden Bestandteile Pra (< PRATU ‘Wiese’) und clou (< CLAUSU ‘eingefriedetes Gut’) zusammengenommen werden. Das bei TAGMANN (Ms., 39) erwähnte Gran Clu von 1697 ist in der Datenbank als gran clu (1698) mit der Bemerkung latine in magno clauso ‘auf Latein: im grossen eingefriedeten Gut’ vertreten.
VSNB, Bd. 1, Sp. 382
Vorkommen
clause
- Clause de laz Tor Leuk
clauso
- Clauso Bosson Albinen
- Clauso de Caldana Agarn
- Clauso eys Ravanelz Leuk
- Clauso Rembeyr Leuk
- Clauso Wadex Leuk
clauss
- Mangins Clauss Agarn
claussli
- Murisch Claussli Agarn
clausum
- Clausum Baullet Agarn
- Clausum dol Bioley Ergisch
clos
- Clos Salgesch
- Clos de la Grangeta Agarn
- Clos de Lasseling Inden
- Clos de Molendino Leuk
- Clos eys Ucelins Leuk
- Clos Hospitali Salgesch
- Clos Larsi Salgesch
- Clos Lessert Salgesch
- Clos Rumeling Inden
- Clos Saleyr Salgesch
- Clos Wychart Agarn
closel
closo
- Closo Lowers Agarn
clou
- Clou Salgesch
- Clou Damun Salgesch
- Clou Desot Salgesch
- Clou Laarsche Salgesch
- Clou Marest Salgesch
- Clou Martin Varen
clous
- Clous eys Magnyus Ergisch
clov
- Crista dou Clov Albinen
glü
- Glübischong Albinen
glu
- Glugässi Salgesch
glü
- Glümarte Salgesch
glu
glüschy
- Glüschy Salgesch
glüü
- Glüü Albinen
- Glüü Inden
- Glüü Salgesch
- Glüübodu Albinen
- Glüügässi Inden
- Glüüschleif Salgesch
- Gran Glüü Salgesch
- Ober Glüü Salgesch
- Unner Glüü Salgesch
klauss
- Arbers Klauss Leuk
- Manings Klauss Leuk