Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Fach

Fach n. ‘das eingehegte Stück Land’ ist zu schwdt. Fach(t) n., zum Teil Fāch, Pl. Fach(t), seltener Fächer, ‘Einhegung, markierter Teil eines Grundstückes von Kulturland, eines Weinberges, Gemüsegartens’ ein Fach Reben ist ‘ein zusammenhangendes, abgegrenztes Besitztum ohne Beziehung auf die Grösse’, mhd. vach n., die Grundbedeutung ist ‘Umfassung, Abteilung’ (ID. 1, 637 ff.; EGLI 1982, 71 und 353) zu stellen. Es gehört zum Verb fāhen ‘fangen’ (ID. 2, 715 f.; cf. HL FANG).

Das Simplex ist lebend als ts Fach ‘das eingehegte Stück Land’ (Simplon), historisch als im Fach ‘im eingehegten Stück Land’ (1848, Eisten, Staldenried) belegt. Komplexer ist die Situation in Stalden, wo 1671 das Vndrest Fach ‘das unterste eingehegte Stück Reben’ meint, 1671 in den Fachinen ‘in den kleinen eingehegten Stücken Land’ eine Wiese und 1767 im Fach ‘im eingehegten Stück Land’ eine andere Wiese. Vermutlich sind hier drei verschiedene Flurnamen vorhanden.

Der Singular das Diminutivs erscheint als ts Fachji ‘das kleine eingehegte Stück Reben’ (Raron), im Plural sind belegt t Fachjini ‘die kleinen eingehegten Stücke Land’ (Binn, Eisten), wobei in Eisten ein Stück Land zwischen zwei Wasserleitungen gemeint sei (Gwp.).

Attributive Adjektive sind belegt in im Langen Fach ‘im langen eingehegten Stück Land’ (1832, Eisten), im Schmalen Fach ‘im schmalen eingehegten Stück Land’ (1774, Staldenried), im ŭntern Fach ‘im unteren eingehegten Stück Land’ (1828, Staldenried).

Vorangestellte Genitive erscheinen in: ts Fennersch Fach ‘das eingehegte Stück Weinberg des Fenners (laut Gwp. ‘Fenner’ als Funktion)’ (Staldenried), Niggenhansch Fach ‘der Rebenbesitz (Fach) des Hans Niggen (Nikolaus)’ (1825 u. später, Staldenried).

Als Grundwort in zweigliedrigen Komposita ist das HL belegt in im Brinetfach ‘im eingehegten Stück Land der Familie Brinet (?)’ (1832, Staldenried), di Büobufachjini ‘die kleinen abgetrennten Teile des Weinbergs für die Buben(?)’ (Visperterminen), das Lenn Fach ‘das abgegrenzte Stück (Reben), das als Lehen vergeben wurde’ (1570, Visperterminen), ts Roossfach ‘das umzäunte Grundstück, wo Flachs und Hanf geröstet wurden’ (Goppisberg), Zeschfach ‘das eingehegte Stück Land beim Saatfeld’ (1570, Goppisberg), wohl mit agglutiniertem Artikel.

VSNB, Bd. 2, Sp. 99

Vorkommen

fach

fachji

fachjini