Bon
Bon kommt in einigen wenigen Fällen vor, die wohl auf verschiedene Lexeme zurückgehen. Wohl deutsche Belege sind ts Bogässi ‘die kleine Gasse bei den Bohnenpflanzungen (unklar)’ (Randa) (das /o/ ist nasalisiert und es folgt ein unsicherer velarer Nasal; ein Boon- ‘Bohne’ mit Kürzung (Brandstettersches Gesetz) ist also möglich) und in den Boschliechten (1753, Filet), wo entweder Boon- ‘Bohne’ oder Boum- ‘Baum’ gemeint sein kann; dÿe Booschluͦcht (1480, Obergesteln) ist ähnlich zu deuten. Zwei vermutlich romanische Fälle sind Bomatte (Feschel), di Bohaltu (Guttet). Zwar sind romanisch-deutsche Mischformen immer problematisch; in Bo(n) könnte sich aber entweder das Adj. bon ‘gut’ oder das Nomen bon ‘Gut’ oder das patois-Wort bou ‘boeuf, Stier’ (GPSR 2, 448ff, bes. 450) verbergen (vgl. HL BON (ROM.)).
VSNB, Bd. 1, Sp. 255
Vorkommen
bo
- Bogässi Randa
- Bohaltu Guttet
- Boschliechten Filet
boo
- Boo Matten Feschel