Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

Datenbank (Webversion)
Hauptlemma

Cudry

Cudry ist nach TAGMANN (1946, 26) und BOSSARD / CHAVAN (2006, 178) zu coudrier (noisetier) ‘Haselnuss-Staude’ zu stellen; in Albinen erscheint es auch als in Güüdri ‘im Haselstaudengebiet’ (auch bei MATHIEU 2006, 10 belegt und gleich gedeutet). GPSR (4, 377 s. v. Coudrey) verweist auf das gleiche Etymon mit dem Suffix /-ETU/.

Das Simplex ist neben Albinen belegt für Leukerbad (1352 en codrey; 1579 ov cŭdrÿ) und Salgesch (1566 supra crestam dÿ cudrÿ ‘oberhalb des Grates mit Haselstauden’). Eine lange Liste von historischen Belegen weist Inden auf: 1338 ol coudrey, 1433 ov codre und zuletzt 1709 in Coudry. Leuk hat 1566 Crosum dÿ Cudrÿ (Kopialbuch, vermutlich also später) ‘die Vertiefung bei den Haselstauden’.

Albinen weist Komposita auf: in plano cudry (1358) ‘auf der ebenen Fläche mit Haselstauden’; jm cudri Arialandt (1664) ‘die Haselstauden des Arialand (unklar)’ und den lebenden Beleg Vordergüüdri ‘der vordere Teil des Güüdri’.

VSNB, Bd. 1, Sp. 392

Vorkommen

codre

cudri

cudry

güüdri