Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Arsch

Arsch m. ist zu schwdt. Arsch m., Pl. Ärsch, ‘Hinterteil von Tieren, von Menschen nur in gemeiner, roher oder derber Sprache’, ahd. und mhd. ars m., wdt. Aarsch, Äärs (Saastal) ‘Gesäss, Hinterteil’ (ID. 1, 466 f.; GRICHTING 1998, 16) zu stellen. Vermutlich eine Weiterleitung zu ig. oros n. ‘Kuppe, Anhöhe, runde Erhebung’, gr. óros n. ‘Anhöhe, Berg’ (KLUGE / SEEBOLD, 252011, 62; ZINSLI 1946, 311). In FlN laut TGNB (2, 2, 41) ein Vergleichsname für Stellen, die einem Gesäss ähneln, auch für abgelegene Orte. Das HL ist in rund zwanzig Namen belegt.

Das Simplex im Singular ist in der Arsch (Filet, Oberwald, Randa, Täsch), der Aars (Visperterminen) und historisch in Ars (1467, Ulrichen, 1472 u. später, Obergesteln), jm Arcs (1547, Binn) und – wohl verschrieben – der Argus (1549, Ernen) belegt. Diminutive sind ts Arschji (Täsch), ts Äärschji (Niedergesteln) und wohl auch das unklare Arschle (LT, Zermatt; SK auf den Arschen), das bei JULEN ET AL. (1995, 211) als Ârsche erscheint und als Übertragung der Körperform auf das Gelände gedeutet wird. Je nach Lage sind Felsköpfe oder Einkerbungen im Gelände gemeint.

Mit attributivem Adjektiv sind belegt: der Gross und der Chlii Arsch (Reckingen), der Nider und der Ober Arsch (1480, Oberwald), t Obru und t Unnru Aarsche (Zermatt).

Mit vorangestelltem Genitiv vor dem HL sind belegt: ts Martisch Arsch ‘der Arsch des Martin / der Familie Marti(n)’ (Binn) und ts Millersch Arsch ‘der Arsch des Müllers / der Familie Müller’ (Ried-Mörel).

Als Bestimmungswort ist das HL in t Arschchumma ‘die Chumma (Mulde) im Gebiet Arsch’ (Täsch) und t Arschlitzi ‘der Schattenhang im Gebiet Arsch’ (Randa) belegt.

VSNB, Bd. 1, Sp. 131

Vorkommen

aars

aarsche

äärschji

arcs

argus

ars

arsch

arschji

arschle