Condemynaz
Condemynaz ‘dem Herrn gehörende Wiese’ ist nur historisch belegt. Es kommen in Ergisch vor: es planes condemines (1297), eys condemines (1328, mehrfach), apud condeminam (1337), eys condemines (1345) und in contamina (1353).
In Salgesch ist 1361 en la condemina belegt, das erst im Beleg von 1698 als in die Contomine erscheint. In Unterems ist en laz condemynaz (1540) belegt, wobei der Ort unsicher ist. In Varen erscheint seit 1480 a laz condeminaz, 1503 deys condemines, 1538 eys condemines, 1545 en laz condemina, 1580 en laz condemina siue eÿs werdt (zweimal, Variation bei werdt), 1678 in die Condemine (ebenso 1682). MEYER (1914, 162) führt es auf condomīnas zurück, TAGMANN (1946, 75) ebenfalls, BOSSARD / CHAVAN (2006, 152) auf *condamina. TAGMANN nennt vier verschiedene Bedeutungen: 1) fruchtbare Gebiete in der Nähe von Siedlungen, 2) herrschaftliche Gebiete, 3) ungeteilte Gebiete, die mehreren Herren gehören, 4) von jeder Abgabe freies Gebiet (unsere Übersetzung). Die in Varen vorkommende Übersetzung von condemina als werdt bezieht sich auf ein romanisches Wort (substantiviert zum Adjektiv vert ‘grün’), das an späterer Stelle (1699) als Wiese bezeichnet wird. Vermutlich ist also mit dem HL CONDEMYNAZ eine ‘dem Herrn gehörende Wiese’ gemeint.
VSNB, Bd. 1, Sp. 385