Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Faldum

Faldúm ist der Name einer Alp in Ferden. Die historischen Belege sind: alpis de Veldommen (1539), an Veldt vmb (1656), an Faldun (1664), Feldummun (mehrfach) (1664), alpis Faldum (1665 u. später)).

Ein weiterer Beleg in Erschmatt von 1683 hat Feldtúmmen Gradt ‘der Faldumgrat’. Die heutige Lautform betont die zweite Silbe: Faldúm, was für einen ursprünglich romanischen Namen spricht. Zwar legen die Belege von 1539, 1656, 1664 und Erschmatt 1683 Feld nahe; dagegen spricht, dass dann die heutige Form ein betontes /ä/ enthalten müsste. FINSTERWALDER (1990, 683) kennt den Flurnamen Faldúm in RUM (Tirol) und führt ihn auf ein germanisch-romanisches Falda ‘Falte’ zurück, zusammen mit dem Suffix /-ÔNE/. Falda ist auch belegt in RN (2, 136) als ‘Falte’ mit Hinweis auf REW (3160) und FEW (3, 382), das S. 383 als Weiterentwicklung der Bedeutung ‘unterer Teil einer Sache’ hat, u. a. ‘Bergabhang’. Dies wiederum passt zu einem latinisierten Ortsnamen Faldum ‘Bergabhang’ (BRUCKNER 1895, 44), auf den sich wohl KÖBLER (2014, koeblergerhard.de s. v. faldum) für das ahd. *faldum ‘Hang’ stützt. Es scheint also, dass in Faldúm ein ursprünglich romanischer Name auf der Grundlage von falda ‘Falte’ und einem Suffix wie /-ÔNE/ > /-UM/ in der Bedeutung ‘Bergabhang’ vorliegt. Mangels älterer Belege kann diese Hypothese nicht verifiziert werden.

Ausser als Simplex tritt Faldúm in Ferden als Bestimmungswort zu den Grundwörtern Alp, Bach, Grat, Grund, Löuwina, Matta, Pass, Stafel und Toor auf. Dazu kommen die komplexeren Fälle Faldumrothoren ‘das Faldumrothorn’ (Ferden) und Faldumäb(e)ritz ‘der begraste Bergabhang bei der Faldumalp’ (Ferden). Nur lateinisch belegt ist 1665 communem viam alpis faldum ‘der gemeine (zur Gemeinde gehörende) Weg auf die Alp Faldum’ (unklar, ob Appellativ oder Name). Für Erschmatt sind belegt das schon erwähnte Feldtúmmen Gradt (1683), Faldumpass und Faldumrothoru.

VSNB, Bd. 2, Sp. 113

Vorkommen

faaldum

faldum