Blaasa
Die zum Verb blaase gehörenden Namen sind entweder endungslose Simplizia (Blaas), meist als Bestimmungswörter, oder Ableitungen wie Blaasa f., Blaase m., Blaasi n. Sie sind zu schwdt. blâsen ‘blasen, (vom Winde) wehen’ bzw. schwdt. Blās m. ‘einmaliges Blasen mit dem Munde, Hauch, Atem; Windhauch’, mhd. blās m. (ID. 5, 141, 142 ff.) zu stellen. Die wenigen Belege zu Blaascht sind unter dem HL BLAASCHT behandelt.
Das Simplex ist belegt als di Blaasa ‘der Ort, wo es viel windet’ (Bitsch) und der Blaase ‘die Alpe, auf der es viel windet’ (Oberwald, Ulrichen), an Blasen ‘auf der Alpe Blasen (wo es viel windet)’ (1463, Münster), an Blason ‘auf der Alpe Blasen (wo es viel windet)’ (1570, Ernen), uf der Blaasu ‘auf dem Ort, wo es viel windet’ (Saas-Grund). Der Genusunterschied mask. / fem. scheint regional bestimmt zu sein (Goms vs. westliche Bezirke). Ein Diminutiv im Singular ist ts Blaasi ‘der Ort, wo es viel windet’ (Eisten, (zweimal), Mund, Täsch).
Mit attributiven Adjektiven finden sich t Heeju Blaasini ‘der hohe Felsrücken, auf dem es viel windet’ (Embd) und Ober Blasji ‘der obere Teil des kleinen Blaasi (wo es viel windet)’ (FLNK, Täsch).
Als Grundwort kommt das HL nur einmal vor: Wintblasa ‘der Ort, wo der Wind bläst’ (1356, Ried-Mörel).
Einen ursprünglichen Genitiv Plural auf /-ER/ der Bewohner (SONDEREGGER 1958, 526) findet man in Üerlicher Blase ‘der Teil des Blasen, der zu Ulrichen gehört’ (FLNK, Ulrichen; LT Üerlicherblase, SK Ulricher Blas Alp).
Als Bestimmungswort tritt das HL in seinen verschiedenen Formen mit folgenden Grundwörtern in zweigliedrigen Komposita auf: Äbi, Acher, Alpa, Bach, Biel, Blatta, Bodu, Egg(a), Flüö, Gletscher, Hooru, Matta, Stafel und Wald. Komplexer sind Vnder Blasswaldt und Ober Blasswaldt (1603, Münster), Oberwalderblase ‘der Teil des Blasen, der zu Oberwald gehört’ (Oberwald), Blasbalgwäg ‘der Weg der einem Blasbalg gleicht / der zum Blasbalg führt’ (1794, Raron), Blasbielrüüs ‘der kleine Bach im Bereich des Blasbiel (Hügel mit viel Wind)’ (FLNK, Raron), Blasbodutunnel ‘der (BLS-)Tunnel im Bereich des Blasboden (Boden, wo es viel windet)’ (FLNK Raron; FLNK Niedergesteln; LT Blasbodetunnel), Blaaseggewald ‘der Wald bei der Blasegga (Ecke, wo es viel windet)’ (FLNK, Fiesch). PH. KALBERMATTER (p. c.) gibt zusätzlich zu den bekannten Belegen 1487 am Blaspuel ‘am Blashügel (Hügel, wo es viel windet)’ (KapA Sitten, Min. B 53, p. 44, Raron) an.
Unklar ist der Blasÿ Acker ‘der Acker des Blasi (Blasius) / wo es viel windet’ (1746, Simplon), wo sowohl ein PN Blasius wie der blasende Wind gemeint sein kann.
VSNB, Bd. 1, Sp. 230
Vorkommen
blaas
- Blaasbodu Täsch
- Blaasbodu Niedergesteln
- Blaasegga Visp
- Blaasegga Fiesch
- Blaaseggewald Fiesch
- Blaasflüe Birgisch
- Blaashore Ulrichen
- Blaasmätteltini Täsch
- Blaaswald Ulrichen
blaasa
- Blaasa Bitsch
blaase
- Blaase Oberwald
- Blaase Ulrichen
- Blaasebach Oberwald
- Blaasegletscher Oberwald
- Blaasestafel Oberwald
- Blaasewald Oberwald
- Blaasewald Ulrichen
- Blaasewald Ulrichen
blaasi
blaasini
- Heeju Blaasini Embd
blaasu
- Blaasu Saas Grund
blas
- Blasbalgwäg Raron
- Blasbiel Niedergesteln
- Blasbiel Naters
- Blasbielrüüs Raron
- Blasbodetunnel Niedergesteln
- Blasbodutunnel Raron
- Blasegga Eggerberg
- Blaswald Geschinen
- Blaswald Täsch
- Blaswald Münster
- Ober Blaswald Münster
- Unner Blaswald Münster
blasa
- Windblasa Ried-Mörel
blase
- Oberwalderblase Oberwald
- Üerlicherblase Ulrichen
blasen
- Blasen Münster
- Blasen Blatte Ried-Brig
- Blasenalp Obergesteln
blasi
- Blasiäbi Täsch
blasji
- Ober Blasji Täsch
blason
- Blason Ernen
blasy
- Blasy Acher Simplon
blasÿ
- Blasÿacher Simplon