Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Nova

NOVA ‘neu, die Neue’ ist vom lat. Adj. NOVUS abzuleiten; Formen wie Nouel sind vom lat. Adj. NOVELLUS, NOVELLA, frz. nouveau, nouvelle, frpr. novò, novèla ‘neu(e), jung(e)’, in FlN für landwirtschaftliche Nutzung neu erschlossenes Kulturland oder Neubauten (BOSSARD / CHAVAN 2006, 135; LAGGER 2010, 509) abgeleitet.

Belegt ist Nova in Agarn 1543 la nova, wobei der Text von einer Wasserleitung spricht. Ein nachgestelltes Adjektiv ist 1783 für eine Wasserleitung in Albinen als bis nove ‘die neue Wasserleitung’ belegt. Nachgestelltes nouel ist 1352 für Leukerbad in in prato nouel ‘auf der neuen Wiese’ belegt. Beide Formen finden sich in Albinen: 1468 prati vocati nouel und 1488 in pratis nouys, sowie 1602 ou pranouel. 1552 wird eine Wasserleitung pratorum nouell ‘zu den neuen Wiesen’ erwähnt. Vermutlich stellt ou pranouel ‘bei der neuen Wiese’ den Namen dar; die andern Belege können auch als Appellative gelesen werden, sodass das Adjektiv nouel ‘die Neue’ den eigentlichen Namen bildete.

Das für Termen belegte Noofia (FLNK) lässt sich zum Typ Noflen (BENB 1, 4, 42) stellen, einem Lehnwort aus lat. NŎVĀLE ‘Brachfeld; Feld, welches nur jedes zweite Jahr bepflanzt wird; neu für die Kultur gewonnenes Land; Rodung’. Das Appellativ novale (1708, Visperterminen) oder agri novalis (1829, Leuk) findet sich mehrfach in den historischen Texten, ist also den Schreibern bekannt gewesen; als lateinisches Wort wird es jedoch kaum in Flurnamen gebraucht worden sein.

VSNB, Bd. 3, Sp. 306

Vorkommen

noofia

nouel

nova

nove

novell