Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

Datenbank (Webversion)
Hauptlemma

Baletsch

Vorbemerkung: in der Datenbank befindet sich eine Reihe ähnlicher Namen, die unter den Hauptlemmata BALETSCH, BADELSE, BADER (FaN) und auch als Baldnescha zum HL BALD versammelt sind.

Wir gehen von der radikalen Annahme aus, dass alle diese Namen /-SCHA/-SCHU/-Ableitungen zu einem variierenden PN vom Typ Bader, Badel, Badet, Balet, Bald sind. /-SCHA-/-SCHU/-Ableitungen sind seit langem nicht mehr produktiv, werden nicht mehr als solche erkannt und deswegen auch re-analysiert, sodass -SCH- als Bestandteil des Lemmas erscheint. Wir gehen zunächst von den ältesten Belegen aus (hier ist -scha noch -sa, oblik: -sun): in der Bandolfsun (1300; Unterbäch), Badelse (Plural) (1301, Niedergesteln), zer Badelson (1337, Bratsch), Badelschon (1391, Bürchen), Badelscha (1470, Birgisch), Badelschen (1495, Gampel), Baldnescha (1497, Naters).

Der älteste Beleg aus Unterbäch ist sehr explixit: Bandolfsun. Hier wird offenbar ein Personenname Bandolf (FÖRSTEMANN 1, 245 kennt Pandulf) mit der Endung -sa (hier oblik: -sun) verbunden: ‘das Landstück des Bandolf’. Die darauf folgenden Belege aus Niedergesteln, Bratsch, Bürchen und Birgisch enthalten durchgehend Badel. Diese Form kann als Kurzform zum (vielleicht rekonstruierten) Vollnamen Bandolf verstanden werden. Erst 1497 erscheint in Naters der Typ Baldnescha. Der Typ Baletscha ist erst viel später belegt als Baletschen (1623, Bitsch), Baletschen (1675, Zwischbergen), Baletschun ((1679, Birgisch), Baletschen (1759, Bellwald). Von Bitsch und Birgisch wurden hier nur je die Erstbelege erwähnt.

Der Weg von Bandolf über Badel zu Balet ist unklar; es kann sich auch um zwei, oder sogar drei verschiedene PNN handeln. Unklar ist weiter, ob die beiden lebenden Belege ts Baläggsch Gade ‘der Gaden des Balägg’ und ts Baläggschgadewasser ‘das Wasser für den Gaden des Balägg’ (beide Blitzingen) hieher gehören. Baläggsch kann aus Balätsch entstanden sein, doch gibt es dafür keinen stichhaltigen Hinweis. Anders di Balätschschluächt (Blatten), die sich auf Baletsch zurückführen lässt, das sich seinerseits aus der nicht mehr durchschaubare Baletscha ableiten liess, wie auch Baletschfluo (Ried-Mörel). Im Beleg Badertschu (Saas-Balen) liesse sich auch ein FaN BADER ansetzen. Bei den historischen Belegen sind Wechsel vom einen Typ zum andern erkennbar.

In einer radikalen Sicht lassen sich alle diese Namen zum selben Typ Bandolf / Badel / Balet + scha ‘der Landbesitz des Bandel / Badel / Balet’ stellen. Dennoch setzen wir mehrere HLL an, um unsere vorsichtige Deutung nicht zu verallgemeinern.

VSNB, Bd. 1, Sp. 148

Vorkommen

badetscha

badetschini

baläggsch

balätsch

baletsch

baletscha

baletschen

nescha