Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Corbe

Corbe, auch Corba, Adj. oder Subst., erscheint entweder als Simplex Corba 1407 in Varen als torrentem de la Corba ‘der Bach die Krumme’ und Corbex (1308) ‘der jenseits liegende Weiler’, das als UICUM ‘Weiler, Dorf’ bezeichnet wird, sowie 1523 eingedeutscht als zem Corbe, ein Stück Feld. In Salgesch ist 1485 a paruo torrente de corbaz espinal ‘vom kleinen gekrümmten Bach im Dorngestrüpp’ (cf. HL ESPINAL) die Rede. Ebenfalls in Salgesch ist 1642 en la Corba Reÿ belegt. Die Schreibungen 1644 en Carbareÿe, 1644 en la Corba Reyz, 1644 en la Corba Reyes, 1721 in Corboreÿe, 1766 in Corberey sind uneinheitlich. GPSR (4, 430) zählt eine Reihe von Flurnamen auf, die ähnlich sind, auch für das Wallis: Corba Ray (1267, Ayent). Wie BOSSARD / CHAVAN (2006, 104) ausführen, ist rai, geschrieben auch ray als ‘sillon’ (hier wohl: Graben) zu verstehen. Corba Ray wäre dann ‘der krumme Graben’.

Das HL ist nicht ganz einfach: als Substantiv feminin ‘der Bach die Krumme’, als Weilername ‘der jenseits liegende Weiler’, wiederum als Bachname in ‘vom kleinen gekrümmten Bach’ und schliesslich ‘der krumme Graben’. Schwierig ist die Form zem Corbe (1523, Agarn), die auch zu Gorb (cf. HL GORB) gestellt werden könnte; der Ort befindet sich laut Beleg juxta cursum torrentis dou merdesson ‘neben dem Märetschibach’ und meint darum wohl einen Weiler von Agarn.

VSNB, Bd. 1, Sp. 386

Vorkommen

corba

corbe