Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chatza

Chatza (f.) ist zu schwdt. Chatz, Chatzen, wdt. Chazza, Chazzä (Goms), Chazz, Dim. Chatzi f. ‘Katze, Dieb’ zu stellen. In FlN zur Bezeichnung der Kleinheit, schwer gangbarer, steiler Stellen, schmaler (Fuss-)Wege oder als Ausdruck der Geringschätzung (ID. 3, 582 ff.; GRICHTING 1998, 47). Von den rund 20 Belegen sind nur zwei Simplizia und zwar die Diminutive ts Chatzi (Bellwald) und t Chatzini (Ausserberg) – in beiden Fällen sind wohl kleine Geländestellen gemeint. Nicht ganz klar ist die Ableitung Chatzler (Zermatt) – es kann sich um eine Stellenbezeichnung auf -LER für ein geringes Gut handeln, das schwer zu bearbeiten ist. Alle andern Belege sind Komposita mit Chatzu- als Bestimmungswort. Weitaus am häufigsten sind Chatzuloch und Chatzulecher – kleine Mulden und Löcher; das Kompositum ist auch ausserhalb unseres Gebietes verbreitet (vgl. z. B. BENB 1, 2, 435 f.). Weitere Grundwörter sind Haalta, Hüs, Sprung, Stafel, Stägä, Tritt und Zug. Auffallend ist Tierchatzuhiischi (‘kleines Tierkatzenhaus’, Eyholz); Tierchatz ist laut ID. (3, 534) eine Bezeichnung für ‘Luchs’ – also der Ort, wo ein Luchs hauste oder gefangen wurde. Komplexere Bildungen sind Katzbieltola (‘die Mulde beim Katzbiel’, Simplon) und Katzulochchnubol (‘der Hügel beim Katzenloch’, Naters).

VSNB, Bd. 1, Sp. 337

Vorkommen

chatz

chatze

chatzi

chatzini

chatzler

chatzu

katz

katzu