Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Ems

Ems ist der historische Name für die beiden heutigen Gemeinden Oberems und Unterems, wobei letzteres heute zu Turtmann gehört. Die historischen Belege sprechen von Superiori Emesa (1101 u. später, Oberems) und apud Inferiorem Emesa (13. Jh. u. später, Leuk). Weitere Schreibungen sind Hesmesa (1270, Leuk), Hemesa (1276, Leuk) und ähnlich. Das anlautende /h/ dürfte eine romanische Schreibung für einen vokalischen Anlaut darstellen. Die Form Embs erscheint erstmals 1554 für Oberems. Das /b/ in dieser Form ist ein Übergangslaut zwischen /m/ und /s/. RÜBEL (1950, 131) führt den Gemeindenamen auf Vorschlag von HUBSCHMIED auf *Amissa zurück, gibt jedoch keine ausführlicheren Erklärungen zu dieser hypothetischen Form, die KRISTOL ET AL. (2005, 660) ausschliessen, da fast alle historischen Belege nur mit einem {-s-} geschrieben sind, was auf eine Aussprache mit [z] hinweise. TSCHERRIG (1968, 23) deutet den Namen Ems, der früher das ganze von den Kelten bewohnte Gebiet am Emsberg und im Turtmanntal bezeichnet haben soll, mit ‘am Bach’, gibt jedoch zur Namenentwicklung keine näheren sprachhistorischen Erklärungen. KRISTOL ET AL. (2005, 660 f.) nehmen an, dass der Name des Emsbachs auf die Ortschaft übertragen worden sei. Für den Gewässernamen Ems, Nebenfluss der Lahn bei Limburg, geht KRAHE (1963, 312) von einer Grundform *Amisia, zu indoeuropäisch *am- ‘Flussbett, Graben’ aus. Trotz formeller Übereinstimmung des Walliser Namens mit dem Namen Ems in Graubünden, urk. 765 Amede, 976 Amedes, 1224 de Amite besteht zwischen diesen Namen keine etymologische Verwandtschaft (GAUCHAT 1907a, 7; RN 2, 676; KRISTOL ET AL., 2005, 661).

Belegt sind neben den schon erwähnten Oberäms und Unteräms auch Mittiläms (Oberems; historisch ab 1270 Unterems; SK Mittelems für Ergisch), eine Kleinsiedlung unterhalb Oberems, wo auch am Mittell Embs Acker (1680 u. später, Unterems), sowie in den Mittel Ems Achren (1636, Oberems) notiert sind. Nider Embs (1700 u. später, Unterems) und am Nider Emss (1619, Turtmann) sind Varianten zu Unteräms.

Das HL kommt als Bestimmungswort in zweigliedrigen Komposita mit folgenden Grundwörtern vor: Bach, Bäärg, Grabu, Haalta, Hooru und Wald. Komplexere Konstruktionen sind in den Embs Bach Ackeren (1790 u. später, Agarn), Embsbachgraben (1798, Agarn) und Ämsgrabuwald (FLNK, Oberems).

Ein Adjektiv (wohl erstarrter Genitiv Plural) ist in t Ämser Schafalpu ‘die Schafalpe der Leute von Ems’ (Oberems), resp. Ämsär Schafalpu ‘die Schafalpe der Leute von Ems’ (FLNK, Turtmann) belegt.

VSNB, Bd. 2, Sp. 66

Vorkommen

äms

ämsär

ämser

ems