Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chrischpel

Chrischpel ist nur einmal in dr Chrischpelbach (Blatten) belegt. Die Gwp. führt es auf <chreschen> zurück als Kresse, die in diesem Bach wächst, ist aber nicht sicher. In ID. (3, 852) ist Chressen ‘Brunnenkresse’ belegt, aber keine Form mit /i/. Hingegen hat MARZELL (2, 1250) ältere Namen mit /i/ wie krisso, crisso für ‘Kresse’. MARZELL (1, 959) erwähnt zwar Krispel für CHRYSANTHEMUM INDICUM (dt. Wunderblume) zu lat. CRISPULA ‘Halskrause’, denkt aber, dass dieser Name eher für CAPSELLA BURSA (dt. Hirtentäschchen) gelte (letzteres ist in LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 518 als Gemeines Hirtentäschel erfasst; die unter CHRYSANTHEMUM belegten Namen sind dort (S. 1100 ff.) unter LEUCANTHEMUM als Margeriten benannt und deswegen nicht vergleichbar). MARZELL (1, 788f) erwähnt als alten Namen u. a. crispula und sp. 797 führt er unter den Entlehnungen u. a. crispele, crispil(e), crispel, crispelkraut zu lat. CRISPULA an. Da das Etymon in ID. nicht erscheint und da die Gwp. mit <chreschen> ganz offensichtlich die Endung von Chrischpel nicht erfasst, handelt es sich vermutlich um einen alten Pflanzennamen Chrischpel. Tatsächlich ist Krispel als Substantiv in GRWB (11, 2333 f.) als Name von Kräutern erwähnt. Crispula ist im Übrigen eine nominalisierte Feminin-Form zu einem nur spärlich belegten Adjektiv crispulus ‘kraus’, das normalerweise nur als crĭspus ‘kraus’ (FEW 2, 1346 ff.) erscheint.

VSNB, Bd. 1, Sp. 368

Vorkommen

chrischpel