Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Baan

Baan ist zu schwdt. Ban, Bān m., f. ‘Bahn; Eisenbahn’ und wdt. Baan ‘Bahn, Bergbahn’ (ID. 4, 1268 f.; GRICHTING 1998, 31) zu stellen. Gesprochen erscheint es auch als Baa ohne /n/. Das Wort wird erst seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts für ‘Eisenbahn’ oder später ‘Seilbahn’, noch später für Skilifte, Sesselbahnen usw. verwendet; es kommt vor allem als Bestimmungswort im Kompositum Bahnhof vor, das als Simplex rund 20 mal erscheint. Ältere, schriftliche Belege mit ‘Bahn’ sind meistens zum Lemma Bann zu stellen. Das Simplex Baanhof in Visperterminen ist als übertragene Bezeichnung für drei aufeinander treffende ‘Schleife’ zu verstehen. Der nur einmal belegte Diminutiv zum Bäändli ‘bei der kleinen Seilbahn’ (Staldenried) enthält einen Sprosskonsonanten. der Alt Baanhof (Brig) meint das Gebiet, in dem der erste Bahnhof von Brig stand. Unner der Bahn ‘das Gebiet unterhalb des Bahnhofes’ (FLNK, Ulrichen) bezeichnet ein Gebiet von Ulrichen.

Das HL tritt in folgenden Zusammensetzungen auf: Gandeggbahn ‘die Seilbahn von der Lauchernalp auf die Gandegg (Ecke mit Geröllhalde)’ (FLNK, Wiler), Gieterbahnhof ‘der Güterbahnhof entlang dem Rotten (auf Briger Gebiet)’ (FLNK, Naters), Gletscherbahn ‘die Seilbahn von der Gandegg auf den Hockenhorngrat’ (FLNK, Wiler), t Seilbaan ‘die Seilbahn (ursprünglich Transportbahn der Lonza Gampel)’ (Hohtenn), t Seilbastazjoo ‘die Station der Seilbahn von Grächen nach Hannigalp’ (Grächen), Station Seilbahn ‘die Seilbahnstation der Gemmibahnen auf der Gemmi’ (Leukerbad).

Zum Kompositum Baanhof gibt es eine Ableitung Obri und Undri Bahnhofstrass ‘die Gebiete der oberen und der unteren Bahnhofstrasse’ (FLNK, Visp), während di Baanhofstrass ‘die Strasse entlang des Rottens beim Bahnhof Leuk’ (Leuk) einen Weg in Susten kennzeichnet.

Zu Bäändli in Staldenried tritt auch di Bäändlimatta ‘die Wiese bei der kleinen (Seil)-Bahn’ (Staldenried) auf.

VSNB, Bd. 1, Sp. 139

Vorkommen

ba (Baan)

baan

bäändli

bahn