Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Grabu

Grabu m. ‘der Graben’ ist zu schwdt. Graben, wdt. Grabe, Grabu m. ‘Graben; natürlich oder künstliche Vertiefung des Bodens; tiefe, wilde Runse, mit oder ohne reissendes Wasser, Bergschlucht, Fortsetzung eines Krachen, länger und weniger tief als ein Tobel’, ahd. grabo, mhd. grabe (ID. 2, 678 f.; BENB 1, 2, 92 f.; URNB 2, 29; GRICHTING 1998, 96) zu stellen. Das HL kommt in rund 990 Namen vor.

Das Simplex im Singular ist als der Grabe (Ausserbinn, Blitzingen, Reckingen), bim Grabe ‘beim Graben’ (Niederwald) und mehrfach historisch belegt, wo es aber meist als Graben (z. B. 1469 u. später, Ernen) (auch in anderen Schreibweisen und häufig) erscheint. Im Lötschental ist zem Grabem ‘beim Graben’ (Wiler) belegt. der Grabo (Eggerberg, Eisten, Naters und andere), zum Grabo (Termen), der Grabu (Mörel, Saas-Balen, Saas-Fee und andere), im Grabu (Goppisberg) sind weitere Belege.

Das Simplex im Plural erscheint als di Gräbe (Grächen, Saas-Balen, Saas-Grund, Zermatt), di Gräbu (Ausserberg, Gampel), historisch auch als jn den Greben (1795, Saas-Fee), zen Greberen (1548, Bürchen), zwischen den Grebnen ‘zwischen den Gräben’ (1676, Mund).

Im Diminutiv Singular sind belegt: vss dem Graebgin ‘aus dem kleinen Graben’ (1584, Eisten), im Gräbji (Täsch), ts Gräbji (Randa), in Gräbmi ‘auf dem kleinen Graben’ (Ferden), das Greblin ‘der kleine Graben’ (1519, Törbel), das Greby ‘der kleine Graben’ (1760, Martisberg). Der Diminutiv Plural ist sehr selten: di Gräbini (Saas-Almagell, zweimal).

In zweigliedrigen Konstruktionen mit attributiven Adjektiven, sehr selten mit Partizipien, erscheinen: der Alt Grabu ‘der alte Graben’ (St. Niklaus), im Alten Graben ‘im alten Graben’ (1790, Ergisch), dr Breit Grabem ‘der breite Graben’ (Blatten), Chlei Grabu ‘der kleine Graben’ (FLNK, Albinen), Erscht Grabu ‘der erste Graben’ (FLNK, Birgisch), bim Erschtu Gräbji ‘beim ersten kleinen Graben’ (Visperterminen), der Farner Graben ‘der Graben von Varen’ (1842, Turtmann), Gemeinen Graben ‘der Graben, der der Gemeinde gehört’ (1611, Visperterminen), Grosse Grabu ‘der grosse Graben’ (FLNK, Greich), der Gross Grabe ‘der grosse Graben’ (Grengiols und fünf weitere Gemeinden), (lat.: interiorem) Graben ‘der innere Graben’ (1427, Visp), der Leid Grabe ‘der hässliche Graben’ (Geschinen, Ritzingen), der Leid Grabo ‘der hässliche Graben’ (Mund), der Leng Grabo ‘der lange Graben (hier Holzschleif)’ (Eisten), ts Nass Gräbji ‘der nasse, kleine Graben’ (Hohtenn), der Ober Grabu ‘der obere Graben’ (Salgesch), di Beeschu Gräbu ‘die bösen Gräben’ (Glis), di Beeschun Gräbem ‘die bösen Gräben’ (Blatten), di Beeschu Gräbu ‘die bösen Gräben’ (Glis), di Beeschun Gräbem ‘die bösen Gräben’ (Blatten), im Bösen Graben ‘im bösen Graben’ (1740 u. später, Ausserberg), vnder dem Bösen Graben ‘unter dem bösen Graben’ (1646, Geschinen), der Blaaw Grabo ‘der blaue Graben’ (Baltschieder), der Breit Grabem ‘der breite Graben’ (Blatten), ts (e)Rot Gräbji ‘der kleine rote Graben’ (Simplon), der (e)Rot Grabu ‘der rote Graben’ (Gampel) und weitere vier Namen mit Rot, der Schrijund Grabu ‘der Graben, durch den das Wasser herunterströmt’ (Zwischbergen), der Schwarz Grabe ‘der schwarze Graben’ (Greich) und weitere sechzehn Belege mit Schwarz, dr Steinig Grabem ‘der Graben mit Steinen’ (Ferden, Kippel), in Steinigen Gräbu ‘in den Gräben mit Steinen’ (FLNK, Ferden), Stiichund Grabu ‘der stinkende Graben’ (FLNK, Oberems), der Teiff Grabo ‘der tiefe Graben’ (Raron) und vierzehn weitere Belege mit Teiff, der Toib Grabu ‘der ertragsarme Graben’ (Leukerbad), Troolund Grabo ‘der Graben, wo man hinunterrollen (stürzen) kann’ (FLNK, Ausserberg; FLNK, Baltschieder), der Tschäb Grabem ‘der schiefe Graben’ (Ferden), der Under Grabu ‘der untere Graben (Wasserleitung von der Raspille nach Osten)’ (Salgesch), der Verloru Grabo ‘der verlorene Graben’ (Naters), der Wälsch Grabo ‘der welsche Graben’ (Raron), der Wiiss Grabo ‘der weisse Graben’ (Mund) und sieben weitere Belege mit Wiiss ‘weiss’, Zweit Grabu ‘der zweite Graben’ (FLNK, Birgisch). Einige historisch belegte Adjektive sind hier nicht aufgeführt.

Komplexere Konstruktionen sind etwa Aeusser Holzgraben ‘der äussere Holzgraben (Graben zum Weiler Holz hinunter)’ (SK, Glis), der Altt Galdin Grabo ‘der alte Graben des Gaaldi (warmes Wasser)’ (1556, Steg), der Fooder Bächigrabo ‘der vordere Teil des Bächigrabens’ (Steg), der Fooder Mitteleggigrabu ‘der vordere Teil des Grabens bei der mittleren Ecke’ (Hohtenn) und weitere fünf Belege mit Fooder, sowie sechs mit Voder, den Gmeinen Leeschgraben ‘den Abwassergraben, der der Gemeinde gehört (Akkusativ konstruktionsbedingt)’ (1573, Eyholz), der Gross Brenndugrabu ‘der grosse Graben bei Brend’ (Zwischbergen), der Hinner Brugrabe ‘der Graben beim hintern Bru (Quelle / Brunnen (Kollektiv))’ (Oberwald) und drei weitere Belege mit Hinner, der Hinnerscht Fallgrabe ‘der hinterste Graben mit einem Fall (senkrechtes Felsstück)’ (Obergesteln), Hoosandtgraben ‘der Graben beim hohen Sandgebiet’ (1593, Niedergesteln) und vier weitere mit Hoo ‘hoch’, der Inder Steinig Grabem ‘der innere Teil des steinigen Grabens’ (Ferden, Kippel), Inner Blattgrabo ‘der Graben unterhalb des inneren (taleinwärts liegenden) Blatt (Felsplatten, Kollektiv)’ (Mund) und weitere zehn Belege mit Inner, Längleessärgrabu ‘der Graben (Kanal) bei den durch das Los zugeteilten langen Grundstücken in der Rottenebene’ (FLNK, Turtmann), der Mittlescht Fallgrabe ‘der mittlere Graben mit einem Fall (senkrechtes Felsstück)’ (Obergesteln), der Nassleerchgrabo ‘der nasse Graben im Lärchengehölz’ (Visperterminen), der Ober Teiff Grabu ‘der obere tiefe Graben’ (Saas-Almagell), der Beeschtrittgrabo ‘der Graben beim bösen Tritt’ (Visperterminen), der Breit Wanggrabu ‘der Graben oberhalb des breiten Wangs (Grasabhang)’ (Zwischbergen), der Breitlöübgrabo ‘der Graben beim breiten Laub’ (Mund), Rot Löiwigrabu ‘der rote Lawinengraben’ (FLNK, Steg), der Dirreggrabu ‘der Graben bei der Dirregga (dürre Ecke)’ (Zwischbergen), der Uister Steinig Grabem ‘der äussere Teil des steinigen Grabens’ (Ferden, Kippel), der Unner Schlüöchgrabu ‘der untere Teil des Grabens bei der Geländeeinbuchtung’ (Saas-Almagell) und drei weitere mit Unner, der Üsser Chällgrabo ‘der äussere Graben in der Kehle (Geländeeinschnitt)’ (Mund) und weitere fünf Namen mit Üsser; einige weitere historische Namen wurden nicht aufgeführt.

Mit besonderen Präposition sind belegt Ennent dem Graben ‘jenseits des Grabens’ (1688, Visperterminen) und Zwischund den Gräbu ‘zwischen den Gräben’ (Hohtenn).

Vorangestellte Genitive benennen entweder Besitzer/ Nutzer oder den Ort, wo sich der Graben befindet. Nicht eingeschlossen sind hier getrennt geschriebene Komposita mit Fugen-s. ts Haslisch Grabu ‘der Graben des Hasli (wohl FaN Imhasly)’ (Saas-Balen), ts Horenmaasch Grabem ‘der Graben der Familie Horenmann’ (Kippel, aber eher ts Horenmaarchsch Grabem ‘der Graben bei der Grenze zwischen altem und heutigem Stafel der Hockenalp beim Horn’), ts Häärzisch Grabu ‘der Graben im kleinen Gebiet mit Herzform’ (Saas-Balen), Iischigsch Grabe ‘der Graben beim Gebiet Iischig (wo es Eis hat)’ (Grengiols), Coffengraben ‘der Graben des Coffen (PN / FaN)’ (1383, Glis), ts Lengi Wangsch Grabem ‘der Graben beim langen Grasabhang’ (Blatten), Maartischgrabem ‘der Graben des Martin / der Familie Marti’ (Ferden), Märitz Graben ‘der Graben des Moritz’ (1549, Ernen), jn Michels Graben ‘im Graben des Michael’ (1628, Gampel), ts Moritsch Grabe ‘der Graben des Moritz’ (Binn), dr Mätzungrabem ‘der Graben der Mätza (unklar)’ (Blatten), des Ofenmannsgraben ‘der Graben des Ofenmannes (Gebiet, wo der Ofensetzer Ofensteine holte)’ (1774, Naters), Peters Graben ‘der Graben des Peter’ (1866, Baltschieder), ts Bleetzersch Grabem ‘der Graben der Familie Blötzer’ (Ferden), ts Briggersch Grabo ‘der Graben der Familie Brigger’ (Eisten), ts (e)Räggisch Grabu ‘der Graben des Tannenspechts oder Arvenhähers’ (Eisten), tsch Schwalbungräbji ‘der kleine Graben mit (Berg-)Schwalben’ (Hohtenn, Steg), der Tschäppischgrabu ‘der Graben des Tschäppi’ (Gampel), der Wingerschgrabun ‘der Graben beim Winger (unklar)’ (Eisten), der Äntschgrabo ‘der Graben beim Äntsch (Alpe des Enzo?)’ (Glis, Visperterminen), Vsseren Gwechten Graben ‘der äussere Graben bei der Wächte (Schneeverwehung)’ (1497, Obergesteln).

Belege auf -ER, die alten Genitiven entsprechen, sind Gommergraben ‘der Graben der Leute vom Goms / der Familie Gommer’ (1856, Martisberg), am Grosen Briger Graben ‘am grossen Graben der Leute von Brig’ (1860), Jtalienergraben ‘der Italienergraben (der Graben, der von Italienern gebaut wurde?)’ (1857, Glis). Einige andere Namen auf /-ER/ sind anders zu deuten.

Als Grundwort erscheint das HL sehr häufig in zweigliedrigen Komposita, wobei das Bestimmungswort bei vertikalen Gräben meistens einen FlN angibt, der das Gebiet am Anfang oder Ende des Grabens oder dazwischen benennt. Bei horizontalen Gräben (Wasserleitungen, Kanäle) gibt es auch Ortsnamen oder Eigenschaften der Gräben. Von den vielen Belegen dieser Typen werden hier nur wenige lebende aufgeführt: der Amjugrabo ‘der Graben zur Ambja hinunter’ (Termen; FLNK Amjigrabo), der Amosigrabu ‘der Graben zum Amosi hinunter’ (Ergisch, FLNK Amoosigrabu), der Aargrabu ‘der Graben, der von der Ara (zu pflügendes Land) herunterführt’ (Visp), der Eggergrabe ‘der Graben zwischen den Ecken’ (Oberwald), Eijegräbji ‘der kleine Graben oberhalb der Eie (Auer)’ (FLNK, Niederwald), der Feergrabu ‘der Graben beim Feerberg’ (Zwischbergen), Flintschgräbji ‘der kleine Graben beim Flintsch (Abhang)’ (FLNK, Binn), der Folligrabo ‘der Graben bei den Follini (kleine trichterförmige Gebiete)’ (Mund). Sicher der spektakulärste ist der Illgrabu ‘der Ill-Graben (Graben des Ill-Baches vom Illi herunter)’ (Leuk). Dazu kommen sehr viele andere Namen.

Der Graben als Grenze erscheint im Typ Marchgrabe ‘Grenzgraben’: der Marchgrabe ‘der Graben, der die Grenze zwischen Binn und Ausserbinn bildet’ (Binn) und rund zwanzig weiter Namen dieses Typs zeigen, dass Gräben sich als Grenzen eigneten.

Die Beschaffenheit von Gräben (ausser den schon erwähnten Farbnamen) findet sich in der Chalchgrabu ‘der Graben mit kalkhaltigem Gestein’ (Simplon).

In einer Reihe von Namen erscheinen Gemeinde- und Weilernamen als Bestimmungsworte: ts Albinergräbji ‘der kleine Graben des Albiners (Einwohner von Albinen)’ (Steg; laut Beschreibung sei hier ein Albiner verunglückt), Emsgraben ‘der Emsgraben (Graben des Emsbaches)’ (LT, Agarn), Finnengraben ‘der Graben von Finnen (Weiler von Eggerberg) herunter’ (Mund), der Gifrischgrabe ‘der Graben nach Gifrisch (Ziegenstall) hinunter’ (Bister, Filet), der Holzgrabu ‘der Graben beim Holz (Wald)’ (Glis, hier wohl zum Weiler Holz; sonst auch einfach Wald), Kapällugrabe ‘der Graben beim Gebiet Zer Kapällu’ (Embd) und andere mehr.

Komposita mit Tiernamen sind nicht leicht deutbar: dr Fuggsgrabu ‘der Fuchsgraben (der Graben, wo es Füchse hat)’ (Hohtenn, Naters, Niedergesteln), Kalbergraben ‘der Graben im Gebiet, wo die Kälber weiden’ (1539, Ergisch), Krottengraben ‘der Graben mit Kröten’ (1850 u. später, Glis) und vor allem Wolfgrabu ‘der Wolfgraben’ (FLNK, Oberems) und Wolfgräbji ‘der kleine Graben, wo es Wölfe hatte’ (FLNK, Termen). Ob in der Munigrabu ‘der Muni-Graben (der Graben, der einem Stier gleicht)’ (Leukerbad) tatsächlich ein Stier gemeint ist, bleibt unsicher.

Einige Komposita weisen Pflanzennamen als Bestimmungswörter auf: t Erlgräbem ‘die Gräben mit Erlen’ (Blatten), der Haselgrabo ‘der Graben, der zur Haselmatta (Wiese bei den Haselstauden) führt’ (Glis), der Hasilgrabu ‘der Gaben beim Hasil (Gebiet, wo es Haselstauden hat)’ (Hohtenn, Niedergesteln), Hasolgrabo ‘der Graben beim Gebiet, wo es Haselstauden hat’ (FLNK, Staldenried) und weitere, der Leertschigrabo ‘der Graben beim Lärchenwald’ (Visperterminen), Massoltergrabu ‘der Graben beim Ahorngehölz’ (FLNK u. LT, Gampel), Masholter Grabu ‘der Graben beim Ahorngehölk’ (1654 u. später, Mörel), Nussböumgrabo ‘der Graben beim Nussbau’ (FLNK, Grächen), Wohl metaphorisch, also übertragend gebraucht, sind der Eschelgrabo ‘der Graben beim Gebiet Esel (Gelände, das wie ein Esel aussieht)’ (Glis, Mund, Staldenried), den Fischgraben ‘der Graben mit Fischen / von der Form eines Fisches’ (1824, Obergesteln; Akkusativ konstruktionsbedingt), der Chammergrabu ‘der Graben, der wie eine Kammer aussieht’ (Visp) und andere mehr. Vermutlich eine metaphorische Bedeutung, verbunden mit einer inhaltlichen Bedeutung ist in der Tintegrabu ‘der tintenschwarze Graben’ (Geschinen) enthalten, ein Name, der schon 1753 als im Dintengraben ‘im tintenschwarzen Graben’ (Münster) überliefert ist.

Funktionsbestimmungen drückt das Bestimmungswort vor allem im Typ Leeschgrabe ‘Entleerungsgraben’ aus, der als der Leeschgrabu (Hohtenn, Saas-Grund), Leschgrabu (FLNK, Niedergesteln), (lat.: communem ‘gemeinsam, der Gemeinde gehörend’) Leschgraben (1714, Lalden), den Leschgraben (1690, Stalden; Akkusativ konstruktionsbedingt), Löschgraben (1609 u. später, Baltschieder; 16??, Eggerberg; 1860, Eyholz; 1749, Visp), Lösgraben (1727, Turtmann; 1751 Löschgraben) belegt ist. Dazu kommen komplexere Konstruktionen wie Sage=Löschgraben ‘der Entleerungsgraben bei der Sägerei’ (1827, Visp), Auslösch=graben ‘der Abwassergraben’ (1733, Turtmann), den Gmeinen Leeschgraben (1573, Visp; Akkusativ konstruktionsbedingt). Inhaltlich hierzu gehört auch am Abzŭgs Graben ‘am Graben, mit dem das Wasser abgezogen wird (wohl Entwässerungsgraben)’ (1872, Eyholz).

Einen Sonderfall stellen Komposita dar, deren Erstglied einen PN oder FaN enthalten: Albrechtgigrabe ‘der Graben der Familie Albrecht’ (FLNK, Oberwald), ts Antograbu ‘der Graben des Anton’ (Visperterminen; FLNK Zantograbo), der Florigrabu ‘der Flori-Graben (FaN Florey?)’ (Inden), an den Geronggillgraben ‘der Graben der Familie Gerung (unklar)’ (1744, Simplon; Präposition mit Akkusativ konstruktionsbedingt), den Kŭnndtschi Grabŭn ‘der Graben beim kleinen Gut des Kunz (PN)’ (1634, Stalden, Akkusativ konstruktionsbedingt), Stückigrabo ‘der Graben der Familie Stucky / beim abgeteilten Stück Land’ (FLNK, Ried-Brig; LT Stückigrabe).

Ein Missverständnis scheint bei Metallgraben (SK, Hohtenn) vorzuliegen, wo es nicht um Metall geht, sondern um einen Graben, der nach Mittal hinunter führt, wie FLNK Mittalgrabe (Hohtenn) nahelegt.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Flurnamen, die hier aus Platzgründen nicht behandelt werden können.

Komplexere Namen sind verbreitet, so der Finnubachgrabo ‘der Wassergraben, durch den der Finnenbach fliesst (auf Karte Eschilgrabu)’ (Mund), der Fooder Bächibachgrabu ‘der vordere Teil des Bächigraben’ (Steg), der Fooder Niggelinnggrabu ‘der vordere Graben auf der Alpe Niggeling (Familie Nicolin / Niggeli), der Fooder Sänntumgrabe ‘der vordere Graben vom Senntum herunter’ (Ergisch), der Nussböumgrabo ‘der Graben beim Nussbaum’ (FLNK, Grächen), und viele andere.

Als Bestimmungswort kommt das HL in zweigliedrigen Komposita mit Acher, Bord, Gassa, Graat, Gufer, Hooru, Land, Lischa, Loch, Matta, Roor, Schiir, Schluocht, Sunna, Stüde, Wang, Wald, Wäg und Wasser vor. Der komplexeste Beleg ist wohl der Graadschliechtgigrabu ‘der Graben bei der kleinen Geländeeinbuchtung vom Grat herunter’ (Zwischbergen; FLNK Gratschliechtgigrabu), laut Karte ein Graben, der vom Graatschliechtgi hinunter zum Grossen Wasser führt.

VSNB, Bd. 2, Sp. 341

Vorkommen

gräb

grab(u)

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grabm

gräbmi

gräbna

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gräbu

grabu

gräbu

grabu

gräbu

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gräbu

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gräbu

grabu

gräbu

grabu

gräbu

grabu

gräbu

grabun

gräppu

greben

greblin

greblj

grebnen

greby