Erwiz
Äärbis
Äärbis ‘Erbse’ ist zu schwdt. Erbis f. ‘Erbse’ (ID. 1, 419) und wdt. Äärbes, Äärbäs, Äärbis ‘Erbse’ (GRICHTING 1998, 15) zu stellen. In FlN dient die Erbse ‘bildlich … ihrer Kleinheit, teilweise auch ihrer Form wegen zur Bezeichnung geringer Grösse oder Menge’. Aus ahd. araweiz, mhd. areweiz, erweiz, erbīz mit Verhärtung w > b nach r. Als Simplex kommt Äärbis nicht vor; es gibt eine Ableitung Ärbissera ‘Stück Land mit Erbsen’ (zu schwdt. Erbsere f. ‘Stück Land, wo Erbsen angepflanzt sind’, ID. 1, 431); das Suffix ist /-ERRA/ (SONDEREGGER 1958, 551). Es kommt in Birgisch (mit Diminutiv), Grengiols, Naters, Simplon und Staldenried vor. In Bratsch wurde die Bildung zu Äärdwässere umgedeutet, doch zeigen die Belege aus dem 18. Jahrhundert deutlich den Typ Ärbissera. Das Simplex wird in den Namen nur als Bestimmungswort verwendet; als Grundwort fehlt es. Die Grundwörter sind Acher, Blatta, Bodo, Egg(a), Fad, Grabu, Loch, Tola, Tschuggu und Wald. Komposita mit Ärbissera als Bestimmungswort enthalten Egg(a) und Tola als Grundwörter. Hohtenn weist mit Ärbissacher, Ärbisblatte, Ärbissgrabu, Ärbissloch und Ärbisswald ein Namennest auf; Ärbiss als Simplex fehlt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Erbsen-Acker als Bezugspunkt dient.
VSNB, Bd. 1, Sp. 59
Vorkommen
äärbisch
- Äärbischtschuggu Zwischbergen
äärbisser
- Äärbissertola Simplon
äärbisserä
- Äärbisserä Simplon
äärdwässere
- Äärdwässere Bratsch
ärbis
- Ärbisblatte Hohtenn
- Ärbisegg Ried-Brig
- Ärbisfad St. Niklaus
- Ärbisgassa Ried-Brig
- Ärbiswald Hohtenn
ärbiserlisch
- Ärbiserlischegg Birgisch
ärbiss
- Ärbissacher Hohtenn
- Ärbissacher Staldenried
- Ärbissbodo Ausserberg
- Ärbissgrabu Hohtenn
- Ärbissloch Hohtenn
- Ärbisstola Staldenried
erbbissara
- Erbbissara Grengiols
erbis
- Erbisacher Stalden
erbisseren
- Erbisseren Staldenried
- Erbisseren Naters
erbisserli
- Erbisserli Birgisch
erwiz
- Erwizacher Ausserberg