Deib
Toib
Toib ‘taub’ Adj., auch teib, ist zu schwdt. Adj. taub (bzw. -ou-, -öu-, -öi-, -ü-), wdt. töüb, töb (Goms), töib (Zermatt), toib (GRICHTING 1998, 196), ahd. und mhd. toub, toup, in FlN für ‘lockeren, trockenen, minderwertigen, ertragsarmen Erdboden’ (ID. 12, 67 ff. bes. 81) zu stellen.
Ein substantiviertes Simplex der Deib ‘der ertragsarme Boden’ (Eisten) kommt nur dort vor; dazu sind die Komposita die Deybfluo ‘die Fluh beim Deib’ (1634) und Deybtschuggen ‘der Fels beim Deib’ (1634) zu finden.
Die übrigen Belege enthalten wohl das Adjektiv: auf den Teüplöcheren ‘auf den Taublöchern’ (1763, Biel) meint wohl ein ertragsarmes Gebiet mit Löchern. In Leukerbad gibt es nebeneinander den Toib Grabu ‘der ertragsarme Graben’ und den Toib Wang ‘der ertragsarme Grasabhang’; sie sind bei R. GRICHTING (1993, Blatt 16 Nummer 8 und Blatt 17, Nummer 6 als toibä Grabu, auf Blatt 16 Nummer 13 als toib Wang) verzeichnet. In Oberems findet sich der Toibu Wald mit der Toibuwaaldkapällu ‘die Kapelle im tauben Wald’. Das umstrittene Töügwald (HL TÖÜG) wird nach ZINSLI (1960 b, 144 ff.) als ‘dunkel, düster’ interpretiert, auch wenn das Adj. zum HL TOIB ‘taub’ zu stellen ist. Es ist deswegen möglich, dass einige dieser Belege nicht zum Adjektiv TOIB gehören, sondern zum umstrittenen Lemma TUPP ‘dunkel’ (ZINSLI 1960 b).
Der Beleg Teippmatten (1564, Guttet), resp. Teibbermatten (1564, Guttet) ist aber wohl nur eine hyperkorrekte Schreibung zu Diepermatten ‘die Wiese der Familie Diebold / der Leute des Diebold’.
VSNB, Bd. 4, Sp. 350
Vorkommen
deib
- Deib Eisten
- Deibtschuggo Eisten
deyb
- Deybflüo Eisten
teipp
- Teippmatten Guttet
teüp
- Teüplöcheren Biel
toib
- Toib Grabu Leukerbad
- Toib Wang Leukerbad
toibu
- Toibu Wald Oberems
- Toibuwaldkapällu Oberems