Bitschi (FaN)
Der FaN Bitschi (mit den Varianten Bitschi oder Bitschin, Butschin, Bitzin, Buschini, Buchin) gehört einer Familie, die in Unterbäch seit dem 13. Jh. bekannt ist (AWWB 33 f.). Nach ihr heisst ein Weiler di Bitschiga ‘die Leute des Bitschin’ (Unterbäch), der historisch auch für Bürchen als Zen Bÿdschigen (1663 u. später) belegt ist. Der FaN ist an verschiedenen Orten als Besitzername von Wiesen und Alpen usw. belegt. Die Form ts Bitschisch ‘des Bitschis’ ist häufiger als die /-IG/-Ableitung (Bitschig-), eine Kollektivbildung: Mit einem Genitiv Singular erscheinen ts Bitschisch Alpji ‘die kleine Alpe der Familie Bitschin’ (Glis), in Bÿtschis Alpyn ‘in der kleinen Alpe der Familie Bitschin’ (1745 u. später, Ergisch), an Bitschiss Boden ‘am Boden der Familie Bitschin’ (1716, Bürchen), ts Bitschisch Hubil ‘der runde Hügel der Familie Bitschin’ (Steg), Bitschischmatta ‘die Wiese der Familie Bitschin’ (FLNK, Birgisch), ts Bitschisch Tirli ‘der Durchgang der Familie Bitschin’ (Hohtenn), ts Bitschisch Weidji ‘die kleine Weide der Familie Bitschin’ (Ergisch), Bitschisch Stapfen ‘der Zaunüberstieg der Familie Bitschin’ (1757, Ausserberg; 1573 Butschinstapfen, 1696 Bitschis Stapffen) und das komplexere Bitschischweidjiwald ‘der Wald bei der kleinen Weide der Familie Bitschin’ (Ergisch). Sichere Genitive im Plural haben in Bitschigo Alpÿ ‘auf der kleinen Alpe der Leute des Bitschin’ (1742, Turtmann; 1743 Bütschis Alpun), in Bütschingo Mattun ‘in den Wiesen der Familie Bitschin’ (1522, Raron; 1713 in den Bitschigmatten), Bitzigerro Hauss ‘das Haus der Familie Bitschin’ (1606, Unterbäch); weniger sicher sind vnder der Bidschig Gassen (1654, Unterbäch), wo wohl die Gasse im Bereich des Dorfteils Bitschiga gemeint ist, und di Bitschigmatte ‘die Wiese der Familie Bitschin’ (Unterbäch). Bitschibiela ‘die Hügel der Familie Bitschin’ (FLNK, Ausserberg) enthält das HL nur als Bestimmungswort.
Unsicher ist der Beleg Plaabitscher ‘das ebene Gebiet der Familie Bitschin’ (Inden). Plaa- ist zu lat. PLANU ‘eben’ zu stellen; da Bitscher nachgestellt ist, kann es sich nicht um eine deutschen Konstruktion handeln; die Endung /-ER/ kann deswegen kaum deutsch sein und rom. /-ER/ würde aus /-ARIU(M)/ herzuleiten sein, das wiederum kaum zum dt. FaN Bitschin passt; eine bessere Deutung steht aber nicht zur Verfügung.
VSNB, Bd. 1, Sp. 227
Vorkommen
bitscher (Bitschi)
- Plaabitscher Inden
bitschi
- Bitschibiela Ausserberg
- Bitschimatte Bürchen
bitschig
- Bitschigmatten Raron
bitschigen
- Bitschigen Bürchen
bitschigo
- Bitschigo Alpi Turtmann
bitschis
- Bitschis Bodo Bürchen
bitschisch
- Bitschisch Alpji Glis
- Bitschisch Alpu Ergisch
- Bitschisch Hubil Steg
- Bitschisch Matta Birgisch
- Bitschisch Tirli Hohtenn
- Bitschisch Weidji Ergisch
- Bitschischstapfa Ausserberg
- Bitschischweidjiwald Ergisch
bittschig
- Bittschig Gassen Unterbäch
- Bittschig Hüs Unterbäch
- Bittschigmatte Unterbäch
bittschiga
- Bittschiga Unterbäch