Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bochten

Der Name kommt in zwei Formen vor: Bocka (Betten, Bitsch), die seltenere Form, und Bochte. Es ist zu schwdt. Bocken, Bockten m., f., Bochten f., wdt. Bochta, Bochtä (Goms), Bochtu f. ‘grosse, runde, meist eichene, tw. mit Deckel versehene Kufe zu verschiedenen Zwecken; Kufe zur Aufnahme der frisch gelesenen Trauben, Jauchebottich, Wasserzuber’, ahd. botahha f. ‘Bottich’, mhd. boteche m., f., ahd. botahha f. ‘Bottich’ (ID. 4, 1010f. und 1138f.; GRICHTING 1998, 40) zu stellen; die Form wird bei BENB (1, 4, 416 f.) in der Anmerkung erklärt. Meistens ist eine Geländeform gemeint, wobei unklar ist, welcher Typ von Bottich im Einzelnen gemeint ist. Der Name tritt als Simplex im Singular als t Bochte (Reckingen), di Bochtu (Turtmann; Unterems) oder di Bocka (Betten, Bitsch) auf. Unklar, ob Singular oder Plural sind in die Bochten / in der Bochten (1637, Betten), Bochten (LT Reckingen), Bochten (SK Ulrichen). Als Diminutiv ist ts Bochtuti ‘der kleine Bottich’ (Fieschertal (mit /l/-Vokalisierung)) belegt.

In attributiven Fügungen erscheint das HL als Grundwort in t Hinnere Bochte ‘der hintere Teil der Bochte (Bottich)’ (Münster, Reckingen), vff der Obren Bocken ‘auf dem oberen Teil der Bocka (Bottich)’ (1629, Bitsch), t Vodere Bochte ‘der vordere Teil der Bochte (Bottich)’ (Münster, Reckingen).

Als Grundwort tritt das HL nur einmal in einem mehrgliedrigen Kompositum auf: t Chietalbochte ‘die Bochte (Bottich) auf der Alp Chietal (Kühetal)’ (Münster).

Als Bestimmungswort verbindet sich das HL mit folgenden Grundwörtern: Acher, Bletz, Chäla, Egg(a), Fääsch, Grabu, Haalta, Hooru, Löüb, Matta, Schluocht, Stafel, Tschugge und Wang.

VSNB, Bd. 1, Sp. 248

Vorkommen

bochte

bochten

bochtu

bochtuti

bock (Bocka)

bocka

pochten