Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Drittel

Drittel ‘der dritte Teil’ ist nur im Plural als Simplex di Drittla ‘die dritten Teile’ (Oberems) belegt; der historische Beleg von 1804 im Drittel legt nahe, dass ursprünglich ein Singular verwendet wurde; heute ist die Gegend überbaut, meint aber wohl immer noch ‘der dritte Teil’; wohl bezogen auf die Wiesen des Dorfes.

Mit einem attributiven Adjektiv ist lat. in inferiori tertio ‘im unteren Drittel’ (1675, Visp); ob hier überhaupt ein Name vorliegt, ist unsicher.

Mit einem Genitiv Plural sind Brunnero Drittel ‘der Drittel (des Dorfes) der Familie Brunner / der Leute von Brunnu’ (1603, Eischoll), 1674 als im Brunner Drittel und jn Reiderro Drittel (1522 u. später), resp. Riederro Drittel (1603 u. später, teilweise lateinisch), zu verstehen als ‘der Drittel der Leute vom Ried (ehemals selbständiges Gemeinwesen)’ (Eischoll) belegt. Ebenfalls ein Genitiv Plural ist in Schnÿdero Drittill ‘im Drittel der Familie Schnider’ (Eischoll) belegt.

Als hyperkorrekte Form erscheint 1634 die Zusammensetzung der Bergdrüthill ‘der Bergdrittel (genannt Gestelberg, alter Name von Hohtenn)’ (Hohtenn) mit dem HL als Grundwort.

Zu stellen sind diese Belege zu schwdt. Drittel, mhd. dritteil, drittel m., eigentlich der dritte Teil, dann lautlich abgeschwächt zu Drittel. In FlN der Drittel eines Bodens, eines Gutes zur Bezeichnung eines Anteils, ehemals Unterabteilung einer Gemeinde (ID. 12, 1535); GRICHTING (1998) kennt das HL nicht.

VSNB, Bd. 2, Sp. 36

Vorkommen

drittel

drittla

drüthill