Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Balfrin

Balfrin (ts b.aálfrAË) ist nach Ausweis der historischen Belege zunächst die Bezeichnung einer Alp (Balfriialpa) in Eisten. Danach wurden der Gipfel ts Balfrii (3796 m) (für St. Niklaus und Saas-Balen belegt, LT, SK und FLNK) und Balfringletscher benannt. Der Name ist zweitbetont mit einem langen /i:/; das /n/ fällt dabei weg. Der älteste Beleg von 1304 hat Belfri, 1503 ist Baluerin belegt. Der Name spielte eine Rolle bei der Sarazenenhypothese, die heute als widerlegt gelten kann. GATSCHET (1879, 408) führte den Namen auf (Saas) Balen und Firn zurück. Auch das ist unwahrscheinlich, da – wie gesagt – der Name zunächst für die Alp galt. Lautlich würde die Herleitung ebensowenig stimmen, da ein solches Kompositum Erstbetonung hätte und das Wort Firn als [fire] (mit kurzem, offenem i) ausgesprochen würde. Die Zweitbetonung deutet auf romanischen Namen hin. Mangels früherer historischer Belege kann eine begründete Deutung nicht gegeben werden, cf. WERLEN (2008, 586 f.).

VSNB, Bd. 1, Sp. 149

Vorkommen

balfrii

balfriin

balfrin

ballfrii