Fätsch
Fätsch n. ist lebend in ts Fätsch (Ergisch, auch FLNK und LT) belegt; statt Ergisch könnten laut historischen Belegen auch Ober- oder Unterems in Frage kommen. Nur von FLNK ist in Turtmann Fätsch und der Diminutiv ts Fätschi belegt, den aber FLNK auch für Unterems angibt. Nur historisch kommt Fetsch 1860 für Unterems vor. Die Belege liegen alle um Unterems herum und meinen wohl eine glatte, steile Wiese. Sie sind vermutlich zu schwdt. Fatsch, Fätsch (ID. 1, 1140) zu stellen, wobei die Deutung ‘glatte, steile Wiese’ so in ID. nicht vorkommt. ID. vermutet aber auch, dass Fäsch (cf. HL FÄÄSCH) vorliegt, sodass die Form hier nach ZINSLI (1946, 318, aber unsicher) eigentlich nur ‘dichtes Gras’ bedeuten würde. Eine Herleitung zu lat. FASCIA ‘Binde’ (FEW 3, 423 ff., bes. 425 ‘Streifen Land’) ist nicht auszuschliessen.
Lebend kommt weiter in Betten Balifetscha (FLNK) vor. Bei Bali handelt es sich wohl um einen PN oder FaN (cf. HL BALI (FAN)); Fetscha selbst könnte ein Plural ntr. oder ein (re-analysierter) Singular fem. sein. Der Name gilt heute für ein Waldgebiet; SK zeigt aber an der gleichen Stelle keinen Wald, sodass von einer glatten, steilen Wiese des Bali ausgegangen werden kann.
Als Bestimmungswort kommt das HL nur 1621 in Ergisch als jm Fetschakerr ‘im Acker beim Gebiet Fätsch (steile, glatte Wiese)’ vor.
Das in Ergisch ab 1621 erwähnte die Fetscherrun (1783 die Fetscherj) und das 1698 in Oberems belegte die Fetscheren meint in beiden Fällen eine Wasserleitung (Ableitung auf /-ERI/ für Wasserleitungen), die vermutlich mit der 1801 in Unterems erwähnten Fescherŭ (cf. HL FÄÄSCH) identisch ist. Es handelt sich um eine Wasserleitung zur Bewässerung des Fätsch oder Fätschi.
VSNB, Bd. 2, Sp. 129
Vorkommen
fätsch
- Fätsch Turtmann
- Fätsch Ergisch
- Fätschacher Ergisch
fätschi
fetsch
- Fetsch Unterems
fetscha
- Balifetscha Betten
fetscheren
- Fetscheren Oberems
- Fetscheren Ergisch