Bsanggt
Seng
Seng ist zu schwdt. Sang ‘Sangen’, ‘Sengen’, das in Flurnamen häufig ist (ID. 7, 1187 f.). zu stellen. Sengen ist eine Form des Rodens durch das Abbrennen von Bäumen. Es sind gut 80 Belege vorhanden.
Das Simplex ist als der Seng ‘das durch Sengen gerodete Gebiet’ (Geschinen), unnerm Seng ‘unter dem Seng’ (Geschinen), ts Seng ‘das durch Sengen gerodete Gebiet’ (Ernen, auch FLNK; LT Sengg) (Ernen), ts Sengg ‘das duchr Sengen gerodete Gebiet’ (Naters; LT und FLNK Seng), zum Sengg ‘im Sengg (durch Sengen gerodetes Gebiet)’ (Saas-Balen; FLNK Seng, LT Sengg, SK Im Seng), Sengg (Simplon, auch LT Sengg und SK Seng) ‘das durch Sengen gerodete Gebiet’ und andere mit historischen Belegen vertreten. Zweisilbig ist ts Sengä ‘zum durch Sengen gerodeten Gebiet’ (Kippel) und jm Senke ‘im durch Sengen gerodeten Gebiet’ (1309, Eisten). Ein Plural erscheint als t Sengge ‘in den durch Sengen gerodeten Gebieten’ (Staldenried, auch FLNK und LT; SK Seng). Diminutive sind belegt als im Sengÿ ‘im kleine, durch Sengen gerodeten Gebiet’ (1831, Ried-Mörel; alternative Lesung wohl falsch), jm Sengi ‘im kleinen, durch Sengen gerodeten Gebiet’ (1618, Binn), Sengji ‘das kleine, durch Sengen gerodete Gebiet’ (Eisten), ts Senngi ‘das kleine, durch Sengen gerodete Gebiet’ (Visperterminen, FLNK Senggi), im Sendgi ‘im kleinen, durch Sengen gerodeten Gebiet / im kleinen Sandgebiet’ (1750, Niedergesteln) und der Plural t Sengjini ‘die kleinen, durch Sengen gerodeten Gebiete (Ortsteil von Baltschieder)’ und weitere.
Mit /ä/ sind belegt: im Säng ‘im durch Sengen gerodeten Gebiet’ (1843, Bitsch) und ts Sängg ‘das durch Sengen gerodete Gebiet’ (Eischoll). Dass auch /ä/ auftreten kann, hängt mit der Verteilung von /e/ und /ä/ vor /n/ zusammen.
Mit attributiven Adjektiven sind belegt: ts Hinner Sängg ‘der hintere Teil des durch Sengen gerodeten Gebietes’ (Eischoll), Chlei Sengi ‘das kleine, durch Sengen gerodete Gebiet (unterhalb von Seng)’ (FLNK, Saas-Balen), ts Ober Sengg ‘der obere Teil des durch Sengen gerodeten Gebietes’ (Grengiols), t Ober und t Under Sengga ‘das obere und das untere durch Sengen gerodete Gebiet’ (Wiler, FLNK Obri und Undri Sengga), im Obren und im Úndren Seng (im oberen und im unteren Teil des durch Sengen gerodeten Gebietes’ (1736 u. später, 1738, Naters), t Obru und t Undru Sänggini ‘der obere und der untere Teil der kleinen, durch Sengen gerodeten Gebiete’ (St. Niklaus; FLNK Ober und Unner Sänggini), Unner Seng ‘der untere Teil des Sengg (durch Sengen gerodetes Gebiet)’ (FLNK, Saas-Balen), ts Unner Sengg ‘der untere Teil des Sengg (durch Sengen gerodetes Gebiet)’ (Simplon) und ts Unner Sengg ‘der untere Teil des durch Sengen gerodeten Gebietes’ (Grengiols) sowie ts Änner Sängg ‘der jenseitige Teil des durch Sengen gerodeten Gebietes’ (Eischoll).
Als Grundwort ist das HL nur in t Mosssenngi ‘das kleine, durch Sengen gerodete Gebiet auf der Moosalpe’ (Törbel) belegt.
Als Bestimmungswort kommt das HL mit folgenden Grundwörtern in zweigliedrigen Komposita vor: Alpa, Bach, Bodu, Bord, Chännel, Egg(a), Fad, Flüö, Gartu, Guppa, Grabu, Haalta, Joch, Licka, Matta, Rufina, Spitz, Suon, Tal, Wald, Wäg, Wasser und Wild. Komplexere Konstruktionen sind als der Ober und der Unner Sengbodu ‘der obere und der unter Boden oberhalb Sengg (durch Sengen gerodetes Gebiet’ (Saas-Balen), der Ober und der Unner Senggiwald ‘der ober und der unter Teil des Senggiwaldes (Wald oberhalb des Senggi)’ (Grengiols) und andere mehr.
Eine Form mit sog. Rückumlaut zum Verb be-sengen ist t Psanngta ‘die Versengte (Stelle)’ (Ausserbinn). Hierzu gehören auch di Bsanggthaalte ‘die versengte Halde’ (Betten) und am Bsangtŭn Biel ‘am versengten Hügel’ (1587, Ried-Mörel). Ohne das Verbpräfix /be-/ ist jn der Sangen Matten ‘im der versengten Wiese’ (1736, Goppisberg) belegt.
VSNB, Bd. 4, Sp. 159
Vorkommen
bsanggt
- Bsanggthaalte Betten
bsangtun
- Bsangtun Biel Ried-Mörel
psanggta
- Psanggta Ausserbinn
säng
sangen
- Sangen Matta Goppisberg
sängg
- Änner Sängg Eischoll
- Hinner Sängg Eischoll
- Ober Sänggalpji Eischoll
- Sängg Eischoll
- Sängg Eischoll
- Sänggalpji Eischoll
- Sänggfad St. Niklaus
- Sänggwasser St. Niklaus
- Unner Sänggalpji Eischoll
sänggini
- Obru Sänggini St. Niklaus
- Sänggini St. Niklaus
- Undru Sänggini St. Niklaus
sendgi
- Sendgi Niedergesteln
seng
- Ober Sengwäg Ernen
- Seng Ernen
- Seng Geschinen
- Seng Geschinen
- Seng Ried-Brig
- Seng Fieschertal
- Seng Visperterminen
- Seng Waldji Staldenried
- Sengbach Saas-Balen
- Sengegga Ausserberg
- Sengflie Saas-Balen
- Sengkänel Bitsch
- Sengkenel Naters
- Sengkuppa Simplon
- Senglicka Naters
- Sengrufine Saas-Balen
- Sengspitz Ernen
- Sengtelli Ergisch
- Sengtellin Turtmann
- Sengwäg Saas-Fee
- Sengwäg Staldenried
- Sengwald Ferden
- Sengwaud Ernen
- Unner Seng Saas-Balen
- Unner Sengwäg Ernen
sengä
- Sengä Kippel
sengärsch
- Sengärsch Stägli Wiler
sengen
- Sengen Grächen
- Sengen Haalte Reckingen
sengers
- Sengers Tschugge Brigerbad
sengg
- Ober Sengg Grengiols
- Ober Senggbodu Saas-Balen
- Obren Sengg Naters
- Sengg Saas-Balen
- Sengg Grengiols
- Sengg Naters
- Sengg Ergisch
- Sengg Simplon
- Senggboden Saas-Balen
- Sengggrabu Saas-Balen
- Senggjoch Saas-Balen
- Senggmatta Naters
- Senggwilldi Simplon
- Undren Sengg Naters
- Unner Sengg Grengiols
- Unner Sengg Simplon
- Unner Senggbodu Saas-Balen
sengga
- Ober Sengga Wiler
- Under Sengga Wiler
sengge
- Sengge Staldenried
senggen
- Senggen Garten Agarn
senggi
- Ober Senggiwald Grengiols
- Senggi Fiesch
- Senggiwald Fiesch
- Senggiwald Grengiols
- Unner Senggiwald Grengiols
senggu
- Senggu Baumgarten Agarn
senggun
- Senggunbord Wiler
sengi
- Chlei Sengi Saas-Balen
- Sengi Binn
- Sengi Ried-Mörel
sengji
- Sengji Eisten
sengjini
- Sengjini Baltschieder
sengu
- Senguwald Kippel
senk
- Senk Egga Ried-Brig
senke
- Senke Eisten
sennggi
- Sennggi Visperterminen
- Sennggibach Simplon
senngi
- Mosssenngi Törbel