Aaro
Aaro m., auch Aarum, ist zu schwdt. Arm m., ahd. aram, Pl. Ärm, Armen, Dim. Ärmli, wie nhd. Körperteil ‘Arm’, wdt. Aare und Varianten (ID. 1, 452 f.; BENB 1, 1, 41; GRICHTING 1998, 16) zu stellen. In FlN übertragen für armähnliche Geländeformen.
Das Simplex im Singular ist als der Aaro ‘der Arm’ (Eisten) belegt für eine Weide, die wie ein Arm gebogen sei. Als Bestimmungswort ist das HL in der Aarumacher ‘der Acker, der wie ein Arm aussieht’ (Leukerbad) und Arumbiel ‘der Hügel, der wie ein Arm aussieht’ (Raron) belegt.
Der Beleg Ze Arumprässchteru ‘bei den Armbrustern’ wird von der Gwp. zu Armbrust gestellt (ID. 1, 865 ff.), gehört aber von der Form her eher zum FaN Armbruster (AWWB 17, allerdings dort als Berner Familie bezeichnet) oder zu den Leuten, die eine Armbrust (< afrz. arbalestre < lat. ARCUBALLISTA ‘Bogenschleuder’) getragen haben. Arm hat hier ursprünglich nicht den Sinn von ‘Arm’, sondern von ‘Bogen’ (KLUGE / SEEBOLD 252011, 60).
VSNB, Bd. 1, Sp. 62