Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Amat

Amat ist zu schwdt. Amad, Āmat, Ämd, Emd, Ömd, Ämt, Änd n. ‘Spätheu, zweiter Graswuchs’, ahd. und mhd. āmāt also eigentlich ‘Aus-, Abschnitt’ und wdt. Äämd, Eemd (Lötschtal), Aamat ‘Emd’ (ID. 1, 213; GRICHTING 1993, 15) zu stellen. KRISTOL ET AL. (2005, 320) sehen auch den Gemeindenamen Embd hier, den GRICHTING (1998, 26) als Ämd aufführt. Verglichen zu den zuerst geschnittenen Gräsern, dem Heu, ist das Emd qualitativ hochwertiger. Die beiden Grasernten bleiben im Heustall unvermischt und werden dem Vieh in genau abgewogenen Mengen verfüttert (RÜBEL 1950, 69).

Zum Simplex Ämd ‘Embd’ als Gemeindename gesellt sich ein Namennest mit Ämdbach, Ämdbachgrabo (FLNK), Embderberg (LT, SK Emderberg; 1539 montis embda), Ämbdfad (FLNK), únter den Embdflüen (1806, Embd). Unklar ist ein Beleg aus dem 13. Jh. an der Moria Emdere (Embd); Moria wird sonst am ehesten als gerundetes Gegenstück zum heutigen Merje bei Stalden verstanden, das üblicherweise auf Morgia zurückgeführt wird. Wenn das Zitat richtig ist, scheint es auch bei Embd ein Merje gegeben zu haben. Die Schreibform Embd enthält im Übrigen einen Übergangslaut /b/ zwischen dem Nasal /m/ und dem folgenden /d/.

Unklar ist auch eine Reihe von Belegen aus dem unteren Oberwallis: 1697 zum Amedÿ (Turtmann), 1628 zum Amadie (Unterems) und lebend ts Ametji (Unterems, auch LT). Vermutlich betreffen die drei Namen das gleiche Gut, das auf ca. 900 m westlich unterhalb von Unterems liegt; gemeint ist wohl ein kleines Gebiet mit Emd (Spätheu). Ein anderer Diminutiv im Plural ist das lebende t Äämetschini ‘die kleinen Wiesen mit Emd (Heu für den zweiten Schnitt)’ (Reckingen).

Die übrigen Belege enthalten das HL als Bestimmungswort zu den Grundwörtern Bodu, Haalta und Pletscha.

VSNB, Bd. 1, Sp. 106

Vorkommen

aamad

aamat

aamatt

äämetschini

amadie

ämbd

ämd

amedi

ametji

embder