Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Falke

Falke ist nur als Bestimmungswort in drei Belegen bezeugt: der Falkbodo ‘der Falk-Boden (unklar, ob Vogel oder Gras)’ (Visperterminen, FLNK Falkbode), Falkenfriedhof ‘der Friedhof für die Falken’ (SK, Ulrichen), wobei sich die Flur auf ca. 2380 m befindet und wahrscheinlich eher zu der Chalchefrithof ‘der Friedhof bei den kalkhaltigen Stellen’ (Ulrichen) zu stellen ist, und die Valkmatta ‘die Wiese beim Ort, wo es Falken hat’ (1660, Naters). Laut dem Dokument befindet sich die Wiese im Weiler Geimen oberhalb Naters. Zunächst ist damit wohl der schwdt. Tiername Falch m. ahd. falk(o), mhd. valke ‘Falke’ (ID. 1, 797; KLUGE / SEEBOLD 252011, 274) gemeint. GRICHTING (1998) kennt das Wort nicht. Zur Bedeutung der Falken für die Walliser Jagd siehe SCHEURER (2000, 92). Weiter ist auch schwdt. Falchen m. ‘fahle dürre Gräser, bes. an Waldrainen’ (ID. 1, 798) zu berücksichtigen. ID. vermutet, dass beide Bezeichnungen auf das Adjektiv falch ‘falb, hellbraun’ (ID. 1, 797) zurückzuführen sind. Die Überschneidung mit Chalch ‘Kalk’ (ID. 3, 229) lässt sich aus der Bodenbeschaffenheit erklären; SK ist im Allgemeinen nicht immer unproblematisch. BENB (1, 1, 108 f. s. v. Falke(n)) ist unsicher in Bezug auf die Herleitung. Es kann sich schliesslich um einen FaN handeln, der im FAMILIENNAMENBUCH DER SCHWEIZ (1, 522 f.) mit den Formen Falck, Falk und Falke gut belegt ist, aber nicht für das Wallis, vgl. aber NOTI (1975, 15), der als FaN 1536 Falke erwähnt. Eine sichere Deutung ist nicht möglich.

VSNB, Bd. 2, Sp. 115

Vorkommen

falk

falken

valk